Elon Musk stellt für das Terafab-Projekt von Tesla und SpaceX eine beschleunigte Belieferung durch Asml und weitere Ausrüster in Aussicht. Wie Bloomberg am 20. Oktober berichtete, erklärte Musk, die Unternehmen hätten entsprechende Lieferungen vorgezogen.
Der angestrebte Produktionsstart bleibt allerdings ambitioniert. Für ASML ergänzt das Projekt die bereits starke Nachfrageperspektive, ist aber von den eigenen Unternehmensprognosen zu unterscheiden.
Musk setzt auf beschleunigte Lieferungen
Musk peilt für Terafab eine Chipproduktion in großen Stückzahlen im dritten bis vierten Quartal 2028 an. Den Zeitplan bezeichnete er selbst als äußerst ambitioniert. Beschleunigte Ausrüsterlieferungen wären damit ein Baustein auf dem Weg zur geplanten Fertigung, keine Zusicherung für einen erfolgreichen Produktionsstart.
Entscheidend ist die Herkunft der Aussage: Die Angaben zu den vorgezogenen Lieferungen stammen von Musk, nicht aus einer Ankündigung von ASML. Anleger sollten deshalb zwischen dem Projektziel des Kunden und einer bestätigten Geschäftserwartung des Ausrüsters unterscheiden. Aus Musks Aussagen lässt sich kein zusätzlicher Umsatzbeitrag für ASML beziffern.
Die langfristige Nachfrage reicht über Terafab hinaus. Reuters berichtete vor rund zwei Wochen, dass Kunden bereits Bestellungen für spätere Jahre anstrebten. Zugleich reiche die geplante Kapazität von ASML nicht aus, um die Nachfrage vollständig zu bedienen. Damit steht dem ambitionierten Ausbau auf Kundenseite ein begrenztes Angebot an Anlagen gegenüber.
Geschäftszahlen liefern die belastbarere Grundlage
ASML meldete am 14. Oktober für das dritte Quartal 2026 einen Nettoumsatz von 11,7 Milliarden Euro. Der Nettogewinn lag nach Unternehmensangaben bei 5,0 Milliarden Euro.
Diese Ergebnisse bilden für die Bewertung eine konkretere Grundlage als der Zeitplan eines einzelnen Kundenprojekts. Auch die angehobene Jahresprognose beschreibt ASMLs eigene Geschäftserwartung und nicht lediglich Investitionsabsichten auf Kundenseite.
Für das Schlussquartal 2026 stellte ASML einen Umsatz zwischen 14,2 Milliarden und 15,2 Milliarden Euro in Aussicht. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 erhöhte das Unternehmen auf 44–45 Milliarden Euro.
Reuters zufolge linderten die starken Bestellungen und die langfristige Kundennachfrage Sorgen über eine nachlassende Dynamik der KI-Investitionen. Musks Terafab-Aussagen passen in dieses Nachfragebild. Für Anleger bleibt jedoch die Trennung wesentlich: Der ambitionierte Projektplan signalisiert Bedarf, während ASMLs Ergebnisse und Prognosen die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens greifbar machen.
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