ASML Aktie: MATCH Act bedroht China-Geschäft

Verschärfte US-Exportregeln und politischer Druck setzen den niederländischen Chipausrüster ASML unter Druck.

Auf einen Blick:
  • Niederlande treten US-Allianz bei
  • Vorwürfe illegaler EUV-Lieferungen
  • MATCH Act droht mit Exportstopp
  • TSMC verschiebt High-NA-EUV-Käufe

Die geopolitische Schlinge um Asml zieht sich weiter zu. Der niederländische Lithografie-Spezialist steht im Zentrum eines wachsenden Handelsstreits zwischen den USA und China. Erst vor zwei Tagen markierte der Kurs ein Rekordhoch von 1.748 Euro. Jetzt schwindet die Euphorie spürbar.

Strengere Exportkontrollen greifen

Den Haag hat sich offiziell der US-geführten „Pax-Silica-Allianz“ angeschlossen. Damit drohen drastisch schärfere Exportkontrollen für ältere DUV-Anlagen. China war historisch ein massiver Treiber für ASML. Der Markt steht für rund 20 Prozent der geplanten Systemumsätze im Jahr 2026. Ein Wegfall dieser Nachfrage trifft den Konzern hart.

US-Handelsminister Howard Lutnick verschärft den Tonfall zusätzlich. Er wirft ASML in aktuellen Gesprächen vor, eine hochmoderne EUV-Maschine nach China geliefert zu haben. Das würde direkt gegen geltende US-Sanktionen verstoßen. ASML weist die Vorwürfe strikt zurück. Ein Sprecher betonte, man habe niemals derartige Anlagen oder Bauteile an Peking verkauft.

Parallel dazu planen US-Politiker den nächsten Schritt. Sie brachten im April den sogenannten MATCH Act ein. Dieses Gesetz zielt auf ein komplettes Exportverbot für DUV-Anlagen nach China ab. Auch die Wartung bestehender Maschinen wäre dann untersagt. Die Folge: Ein tiefer Einschnitt ins Bestandsgeschäft.

Kunden bremsen Investitionen

Abseits der Politik zögern auch die größten Abnehmer. TSMC und andere Chipfertiger verschieben die Einführung der neuen High-NA-EUV-Plattformen. Diese Maschinen kosten bis zu 400 Millionen Euro. Die Käufer setzen vorerst auf günstigere Alternativen im Bereich Advanced Packaging. Das hohe Auftragspolster von ASML verwandelt sich dadurch langsamer in bare Münze.

Trotz dieser Rückschläge notiert die Aktie am Donnerstag bei rund 1.608 Euro. Das Papier hat seit Jahresbeginn fast 63 Prozent zugelegt. Vom Rekordhoch rutschte der Kurs zwar um gut acht Prozent ab. Die langfristige Aufwärtsbewegung bleibt aber vorerst intakt.

Die weitere Richtung der Aktie hängt nun von konkreten US-Entscheidungen ab. Ein Erlass des MATCH Acts würde die China-Umsätze drastisch kappen. Derweil achten Investoren auf TSMC. Sobald der Chipfertiger seine Budgets für die nächste Maschinen-Generation anpasst, bewertet der Markt das ASML-Auftragsbuch komplett neu.

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