Wer noch Zweifel hatte, ob der KI-Boom wirklich in den Auftragsbüchern der Halbleiterindustrie ankommt, bekommt von Asml gerade eine ziemlich deutliche Antwort. Der niederländische Maschinenbauer hob seine Jahresprognose an: Statt 34 bis 39 Milliarden Euro erwartet ASML nun Umsätze zwischen 36 und 40 Milliarden Euro für 2026. Zum Vergleich: 2025 lagen die Erlöse bei 32,67 Milliarden Euro. Das ist kein kosmetisches Update, das ist ein echter Schritt nach oben.
CEO Christophe Fouquet formulierte es so: „Die Nachfrage nach Chips übersteigt das Angebot. Unsere Kunden beschleunigen ihre Kapazitätserweiterungspläne für 2026 und darüber hinaus.“ Klingt nicht wie jemand, der sich Sorgen macht.
Q1 besser als erwartet
Dazu passt das erste Quartal. ASML erzielte Umsätze von 8,77 Milliarden Euro, nach 7,74 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten laut Visible Alpha mit 8,69 Milliarden gerechnet. Knapp drüber, aber drüber. Der Nettogewinn kletterte auf 2,76 Milliarden Euro, von knapp 2,36 Milliarden ein Jahr zuvor. Die Bruttomarge lag bei 53 Prozent und schlug damit ebenfalls den Konsens. Für das laufende Quartal erwartet ASML Umsätze zwischen 8,4 und 9 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 51 bis 52 Prozent.
SK Hynix, der Speicherchiphersteller aus Südkorea, der Nvidia mit Hochleistungsspeicher beliefert, hat demnach angekündigt, rund 8 Milliarden Dollar in ASMLs EUV-Maschinen zu investieren. Abschluss soll bis Ende nächsten Jahres sein. Das sind die Größenordnungen, mit denen ASML gerade arbeitet.
ASML Holding NV Aktie Chart
Geopolitik? Vorerst kein Problem
Nun gibt es allerdings einen Wermutstropfen, den man nicht einfach ignorieren sollte. Die Straße von Hormus ist seit Ausbruch des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran Ende Februar weitgehend gesperrt. Über diesen Seeweg fließt alles Mögliche, von Düngemittelrohstoffen bis hin zu Helium für Chipfabriken. Die Schweizer VAT Group meldete bereits schwächere Quartalszahlen, weil Lieferungen verzögert wurden.
ASML selbst zeigt sich davon bislang unbeeindruckt. Die erhöhte Prognose ist das klarste Signal dafür. Ob das so bleibt, wenn sich der Konflikt weiter hinzieht, ist eine andere Frage. Vorerst aber gilt: Die KI-Nachfrage schlägt die Geopolitik. Zumindest in den Zahlen von Fouquet.
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