Wer vom Boom der Künstlichen Intelligenz profitieren möchte, muss nicht zwingend auf Chip-Designer wie Nvidia setzen. Der niederländische Halbleiterausrüster ASML ist in gewisser Hinsicht noch interessanter, denn ohne seine hochkomplexen Belichtungsmaschinen kann schlicht kein moderner Chip der Welt produziert werden. Das erste Quartal 2026 hat diese Sonderstellung erneut eindrucksvoll bestätigt.
ASML erzielte im ersten Quartal einen Gesamtumsatz von 8,8 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders stark entwickelten sich die Systemverkäufe: Der Umsatz mit Lithografiesystemen kletterte um 19 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Beim Gewinn je Aktie übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten ebenfalls merklich. Die Bruttomarge lag bei soliden 53 Prozent, die operative Marge erreichte 36 Prozent und damit den höchsten Wert seit einem Jahr.
Monopol auf die wichtigste Technologie der Chipindustrie
Der Schlüssel zum Verständnis von ASML liegt in seiner technologischen Alleinstellung. Das Unternehmen ist weltweit der einzige Hersteller von EUV-Lithografieanlagen, also Maschinen, die mit extrem kurzwelligem ultraviolettem Licht feinste Schaltkreise im Nanometerbereich auf Siliziumwafer drucken. Diese Anlagen kosten mehrere hundert Millionen Euro pro Stück und sind für die Produktion der leistungsfähigsten KI-Chips schlicht unverzichtbar. Im ersten Quartal lieferte ASML 79 Lithografiesysteme aus, davon 16 EUV-Maschinen, die allein für 66 Prozent des gesamten Systemumsatzes standen.
Hyperscaler treiben die Nachfrage auf neue Höhen
Die Investitionsbudgets der großen Technologiekonzerne steigen ungebremst weiter. Amazon, Microsoft, Meta, Alphabet und Apple planen für die kommenden Jahre gigantische Ausgaben für Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Amazon allein will in diesem Jahr rund 200 Milliarden Dollar in KI-Projekte stecken. Für das gesamte Servermarkt-Ökosystem werden bis 2027 Investitionsausgaben von rund 800 Milliarden Dollar erwartet. Diese Dynamik schlägt direkt auf die Auftragsbücher von ASML durch. Konsequenterweise hob das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne von 36 bis 40 Milliarden Euro an.
Asml Aktie Chart
China-Risiko bleibt der größte Unsicherheitsfaktor
Nicht alles ist wolkenlos. China trug im ersten Quartal rund 19 Prozent zum Umsatz bei, und drohende Exportbeschränkungen für weniger fortschrittliche DUV-Maschinen könnten diesen Anteil weiter schrumpfen lassen. Das Management rechnet damit, dass der China-Anteil im Gesamtjahr auf etwa 20 Prozent zurückgeht, nach 33 Prozent im Vorjahr. Das ist ein spürbarer Gegenwind, den ASML jedoch durch die starke Nachfrage aus anderen Regionen weitgehend kompensieren dürfte.
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 30 auf Basis der erwarteten Gewinne ist die ASML Aktie keine Schnäppchenaktie. Angesichts der Monopolstellung im EUV-Markt und des strukturell wachsenden Bedarfs an Halbleiterproduktionskapazitäten ist die Bewertung jedoch gut begründet.
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