Der niederländische Halbleiterausrüster Asml sieht sich mit anhaltenden handelspolitischen Diskussionen um sein Geschäft in Asien konfrontiert. Der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten äußerte sich am Donnerstag zuversichtlich, in Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump eine tragfähige Vereinbarung zu erzielen.
Im Zentrum der Verhandlungen steht der vorgeschlagene US-amerikanische MATCH Act, der zusätzliche Ausfuhrbeschränkungen für moderne Immersions-DUV-Lithografiesysteme nach China vorsieht.
Die US-Initiative zielt darauf ab, den Export hochentwickelter Halbleiterausrüstung in die Volksrepublik weiter einzugrenzen. Für ASML steht dabei ein bedeutender Teil des Geschäfts auf dem Spiel, da chinesische Chiphersteller zu den wesentlichen Abnehmern von DUV-Anlagen zählen.
Wie Reuters unter Berufung auf Bloomberg berichtete, betonte Jetten bei den Gesprächen die Notwendigkeit, die heimische Halbleiterindustrie vor übermäßigen Belastungen zu schützen.
Fehlende Chipfabriken dämpfen europäische Nachfrage
Während die Ausfuhren nach Asien unter geopolitischem Druck stehen, bleibt auch das Umfeld auf dem Heimatmarkt verhalten. ASML Executive Vice President Frank Heemskerk erklärte auf einer Veranstaltung in Amsterdam, dass der Konzern derzeit keine Lithografiemaschinen in Europa verkaufe. Als wesentlichen Grund nannte er das Ausbleiben von Investitionen und den Mangel an neuen Fabrikprojekten auf dem Kontinent.
Diese Entwicklung unterstreicht die Diskrepanz zwischen den politischen Zielen zur Stärkung der europäischen Halbleiter-Souveränität und den tatsächlichen industriellen Großinvestitionen. Ohne den Neubau von Fertigungskapazitäten durch Chiphersteller vor Ort fehlen dem Ausrüster in Europa schlicht die Abnehmer für seine Systeme.
Aktienrückkäufe stützen vor dem Wochenende
Parallel zu den politischen Diskussionen setzt der Konzern die Rückführung von Kapital an seine Anteilseigner fort. Nach Unternehmensangaben erwarb ASML in der Handelswoche vom 14. bis zum 18. September insgesamt 304.500 eigene Aktien über das laufende Rückkaufprogramm. Die täglichen Volumina bewegten sich dabei in einer Spanne zwischen 43.000 und 89.000 Anteilen.
Das Programm sorgt für eine kontinuierliche Nachfrage nach den eigenen Papieren am Markt. Durch die Einziehung oder das Halten der Stücke verringert das Unternehmen die Zahl der frei gehandelten Aktien, was dem Kurs zusätzlichen Halt verleiht.
An der Börse zeigte sich das Papier zum Wochenausklang gefestigt. Die Aktie beendete den Handel gestern mit einem Zuwachs von 0,9 Prozent bei 1.527,20 Euro. Seit dem Jahresanfang verzeichnet das Papier damit ein Plus von 66 Prozent.
Für Anleger richtet sich der Blick auf den weiteren Fortgang der Verhandlungen zwischen Den Haag und Washington. Sollten die Ausfuhrregeln für DUV-Anlagen verschärft werden, müsste der Konzern die wegbrechenden Volumina in anderen Weltregionen ausgleichen – eine Aufgabe, die angesichts der aktuellen Investitionspause in Europa eine spürbare Herausforderung darstellt.
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