Der Halbleiterausrüster Asml verzeichnet eine anhaltend hohe Nachfrage nach seinen Lithografiesystemen. Wie Finanzvorstand Roger Dassen erklärte, hat der Boom rund um Künstliche Intelligenz die Stimmung der Kunden grundlegend verändert. Die bestehenden Fertigungskapazitäten für EUV-Anlagen sind bis 2027 nahezu vollständig ausverkauft.
Zudem haben Chiphersteller bereits feste Zusagen für die nächste Generation der High-NA-Anlagen abgegeben. Am heutigen Freitag notiert die Aktie bei 1.439,00 Euro, was einem leichten Tagesplus von 0,9 Prozent entspricht.
Produktionsziele und Kapazitätserweiterung
Um den künftigen Bedarf zu decken, prüft das niederländische Unternehmen derzeit Möglichkeiten für eine spürbare Ausweitung des Ausstoßes. Laut Reuters berichteten Analysten von JPMorgan am Montag, dass ASML Optionen evaluiere, im Jahr 2028 mehr als 110 EUV-Maschinen zu fertigen. Für 2027 geht das Management davon aus, mindestens 80 Einheiten herstellen zu können. Für das darauffolgende Jahr strebt der Konzern eine Steigerung um 30 Prozent an.
Die langfristigen Weichenstellungen spiegeln sich auch in der Infrastruktur wider. Bereits am 8. September begann ASML mit den Bauarbeiten an einem neuen Großcampus im niederländischen Eindhoven. Der Standort soll schrittweise Büroflächen, ein Logistikzentrum sowie moderne Fertigungshallen erhalten und Raum für bis zu 20.000 Arbeitsplätze bieten.
Die Fertigstellung der ersten Ausbauphase ist für das Jahr 2029 vorgesehen. Parallel dazu plant der Ausrüster, eng mit führenden Chipherstellern zu kooperieren, um Lithografiesysteme für größere Halbleiter und moderne Rechenzentrumsarchitekturen einzusetzen.
Analystenstimmen und Marktbewertung
Nach Bekanntwerden der Produktionspläne für 2028 gaben die Papiere am Dienstag zwischenzeitlich nach. Die Diskussion um die Machbarkeit und die genauen Ausbaupfade sorgte am Markt für vorübergehende Zurückhaltung.
Dennoch halten Experten an ihren positiven Einschätzungen fest. Medienberichten zufolge bestätigte das Analysehaus Bernstein am Dienstag seine Einstufung für die Aktie mit einer Kaufempfehlung.
Die hohe Auslastung bis weit in das Jahr 2027 sichert dem Konzern eine planbare Einnahmebasis. Mit einem Zuwachs von 56 Prozent seit Jahresanfang spiegelt der Titel trotz der jüngsten Konsolidierung die unverändert zentrale Rolle des Ausrüsters in der globalen Halbleiterindustrie wider. Das Zusammenspiel aus verbindlichen Kundenaufträgen und dem Ausbau der Fertigungskapazitäten bleibt für Investoren das bestimmende Thema.
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