ASML-Aktie: Der Burggraben hält (noch)!

ASML setzt sein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm fort. Analysten bewerten die technologische Führungsposition trotz chinesischer Ambitionen als unangefochten.

Auf einen Blick:
  • Aktienrückkauf für 125 Millionen Euro in einer Woche
  • Chinesische Initiative für eigene Lithografie bis 2030
  • Technologische Lücke zu ASML bleibt erheblich
  • Starke Finanzkennzahlen und Wachstumsprognosen

ASMLs jüngste Pflichtmitteilung zum laufenden Aktienrückkaufprogramm liefert mehr als nur Buchführung. Sie zeigt, wie selbstbewusst der niederländische Chipausrüster auf geopolitischen Lärm reagiert — und warum Analysten die Technologieführerschaft des Unternehmens trotz chinesischer Ambitionen für strukturell unangefochten halten.

Das Rückkaufprogramm im Kontext

Am 28. Januar 2026 kündigte ASML ein Rückkaufprogramm über bis zu 12 Milliarden Euro für den Zeitraum 2026 bis 2028 an. Allein in der Woche vom 2. bis 6. März erwarb das Unternehmen rund 105.700 eigene Aktien für zusammen knapp 125 Millionen Euro. Der Großteil der zurückgekauften Titel soll eingezogen werden.

Das Programm steht auf einem soliden finanziellen Fundament. Im Gesamtjahr 2025 erzielte ASML einen Nettoumsatz von rund 32,7 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von knapp 53 Prozent. Für 2026 peilt das Management einen Umsatz zwischen 34 und 39 Milliarden Euro an — mit einer Bruttomarge von 51 bis 53 Prozent. Die Auftragseingänge im vierten Quartal 2025 übertrafen mit 13,2 Milliarden Euro die Konsenserwartungen deutlich.

China: Ehrgeiz trifft Realität

Am 5. März 2026 berichtete Reuters, dass führende chinesische Halbleiterkonzerne — darunter Naura, YMTC und Empyrean Technology — öffentlich eine koordinierte nationale Initiative forderten, um bis 2030 eigene Lithografiesysteme zu entwickeln. Die Branche sei noch zu „klein, fragmentiert und schwach“, um westliche Exportbeschränkungen zu überwinden.

ASML Holding NV Aktie Chart

Die Reaktion an den Märkten war unmittelbar: ASMLs Aktie verlor am 6. März rund 5 Prozent, erholte sich in der Folgesitzung jedoch wieder spürbar. Aktuell notiert der Titel bei rund 1.200 Euro — und damit noch immer rund 37 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt.

Die technologische Lücke bleibt dabei erheblich. Chinas fortschrittlichstes DUV-System ist nach Einschätzung von Branchenbeobachtern technisch vergleichbar mit ASMLs Twinscan NXT:1950i — einem Gerät, das ASML ursprünglich für 32-Nanometer-Prozesse im Jahr 2008 entwickelte. ASMLs EUV-Maschinen hingegen bestehen aus rund 100.000 Komponenten von 5.000 Zulieferern — eine über Jahrzehnte gewachsene Lieferkette, die sich nicht durch Reverse Engineering replizieren lässt.

Ausblick auf die nächsten Wochen

Zwei Termine rücken nun in den Fokus: Die Hauptversammlung am 22. April 2026, auf der unter anderem ein neuer CTO ernannt werden soll, sowie die kurz danach erwarteten Q1-Ergebnisse. China machte im vierten Quartal 2025 noch 36 Prozent der Systemverkäufe aus. Dieser Anteil dürfte 2026 auf rund 20 Prozent sinken, da frühere Auftragsbestände unter Exportkontrollbeschränkungen abgearbeitet sind. Gleichzeitig wächst die Nachfrage durch Hyperscaler und KI-Infrastrukturprojekte: Die Investitionsausgaben relevanter Großkunden sollen 2026 um mehr als 40 Prozent steigen — Kapital, das letztlich in Chips fließt, die ASMLs Maschinen benötigen.

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