Morgan Stanley, TSMC und neue KI-Prognosen sorgen heute für deutlichen Rückenwind bei ASML. Die US-notierte Aktie legt im Umfeld einer kräftigen Kurszielanhebung und bestätigter Milliardeninvestitionen eines Schlüsselkunden spürbar zu. Im Fokus steht dabei vor allem die Frage, ob sich die Erwartungen an einen neuen Halbleiter-Aufschwung im Zahlenwerk der nächsten Jahre wiederfinden.
Deutliche Kurszielerhöhung durch Morgan Stanley
Morgan Stanley stuft ASML weiter mit „Overweight“ ein und setzt das Kursziel deutlich höher an: von zuvor 1.000 auf 1.400 Euro (rund 1.540 US-Dollar). Analyst Lee Simpson führt ASML zugleich als „Top Pick“ der Investmentbank.
Die optimistische Einschätzung basiert auf einem stärker als bisher erwarteten Ausblick für 2027. Simpson rechnet mit dem stärksten Gewinnjahr in der Unternehmensgeschichte und schätzt den Gewinn je Aktie auf rund 46 Euro.
Wesentliche Treiber sind:
– eine erwartete Erholung der Nachfrage im Foundry- und Speicherbereich,
– eine bessere als befürchtete Nachfrage aus China, die als stabile Basis dient,
– und eine weiter anziehende Nachfrage nach EUV-Lithografieanlagen in den westlichen Märkten.
Gerade die Kombination aus solider chinesischer Nachfrage und steigenden Bestellungen für High-End-Anlagen stützt aus Sicht der Bank die Neu-Bewertung.
TSMC treibt Investitionsdynamik
Ein zentraler Auslöser der Neubewertung ist der jüngste Zahlenbericht von Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) vom vergangenen Donnerstag. Der Auftragsfertiger hat seine Investitionspläne für 2026 massiv nach oben angepasst und stellt nun Ausgaben von 52 bis 56 Milliarden US-Dollar in Aussicht.
Damit läge das Budget deutlich über den im Jahr 2025 getätigten 40,9 Milliarden US-Dollar und klar über den bisherigen Markterwartungen von etwa 45 bis 48 Milliarden US-Dollar. Besonders relevant für ASML: TSMC plant, 70 bis 80 Prozent dieser Summe in fortgeschrittene Fertigungstechnologien zu stecken – genau in dem Segment, in dem ASML mit seinen EUV-Anlagen eine Monopolstellung hat.
Die Investitionen zielen auf den Kapazitätsausbau für 2nm- und A16-Technologien, um unter anderem Nvidia und Apple zu bedienen. Für ASML bedeutet dies eine deutlich verbesserte Visibilität im Auftragsbuch über die kommenden 18 Monate.
KI-Investitionen stützen Sektor
Zusätzlichen Rückenwind liefert eine neue Prognose von Gartner. Das Marktforschungsinstitut erwartet für 2026 weltweite KI-Ausgaben in Höhe von 2,52 Billionen US-Dollar. Das wäre ein Anstieg um 44 Prozent gegenüber 1,76 Billionen US-Dollar im Jahr 2025.
Gartner hebt hervor, dass „KI-Infrastruktur“ die größte Ausgabenkategorie bleiben dürfte. Davon profitiert direkt die Hardware-Lieferkette – also auch die Hersteller der High-End-Chips, die mit Anlagen von ASML produziert werden. Da viele Großkunden von Experimentierprojekten zu breiten KI-Einführungen übergehen, wird die Nachfrage nach Hochleistungschips voraussichtlich bis mindestens 2027 das Angebot übersteigen.
Neubewertung im Zeichen des „Super-Cycle“
Vor diesem Hintergrund wird die Bewertung von ASML neu justiert. Mehrere Analysten sprechen von einem „Halbleiter-Superzyklus“. Zwar handelt die Aktie auf einem Bewertungsniveau über dem Branchenschnitt, doch die monopolartige Stellung der Technologie wird von vielen institutionellen Investoren als Rechtfertigung angesehen.
Die Kombination aus:
– aggressiven Investitionsplänen von TSMC,
– robuster Nachfrage aus China
– und einem globalen KI-Investitionsschub
deutet laut Analysten darauf hin, dass die Ende 2025 befürchtete zyklische Abschwächung einem breiten globalen Expansionstrend gewichen ist.
Weitere Häuser ziehen nach: Bernstein Research hat ASML kürzlich ebenfalls zur „Top Pick“ erklärt und ein Kursziel von 1.528 US-Dollar genannt. Aletheia Capital setzte bereits Anfang Januar ein Ziel von 1.500 US-Dollar und verweist ebenfalls auf die dynamische Investitionstätigkeit der großen Chipfertiger.
Ausblick auf die kommenden Wochen
Der Blick richtet sich nun auf den 28. Januar. Dann legt ASML die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr vor. Im Mittelpunkt steht der Auftragseingang, insbesondere die Nettobuchungen. Morgan Stanley rechnet hier mit einem positiven Überraschungseffekt, der die optimistische Sicht auf 2027 unmittelbar untermauern könnte.
Charttechnisch bewegen sich die US-notierten Papiere nahe ihrem Allzeithoch. Ein Schlusskurs deutlich über der Marke von 1.360 US-Dollar würde aus technischer Sicht einen Ausbruch nach oben bestätigen und den Weg in Richtung der neuen Kursziele um 1.500 US-Dollar und darüber öffnen. In Verbindung mit den bestätigten Investitionsplänen von TSMC ergibt sich damit aktuell ein Umfeld, in dem der Aufwärtstrend klar dominiert.
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