Asml gerät bei Investmentbanken zunehmend in den Fokus. Goldman Sachs nahm die Aktie Ende Juli in seine europäische Conviction List auf, Bernstein kürte den Titel Anfang August zum „Top Q3 Pick“. Beide Einschätzungen stammen aus einer Zeit, in der der Halbleiterausrüster ohnehin von starkem Rückenwind profitierte.
Der Kurs hat diese Zustimmung bereits teilweise vorweggenommen: Am Freitag schloss die Aktie bei 1.590,00 Euro, nach einem Tagesminus von 1,0 Prozent. Über die vergangene Handelswoche steht dennoch ein Plus von 5,4 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass die positiven Analystenstimmen den Titel gestützt haben, auch wenn einzelne Handelstage volatil verliefen.
Kapitalrückführung läuft parallel weiter
Neben den Analystenkommentaren hält ASML seine Kapitalrückführung an die Aktionäre aufrecht. Am 5. August zahlte das Unternehmen eine Zwischendividende von 1,88 Euro je Aktie aus. Zwei Tage zuvor hatte ASML zudem neue Transaktionen im Rahmen seines laufenden Aktienrückkaufprogramms gemeldet, das im Zeitraum 2026 bis 2028 läuft. Im zweiten Quartal hatte der Konzern bereits rund 1,1 Milliarden Euro für Rückkäufe aufgewendet.
Diese Kombination aus Dividende und Rückkauf unterstreicht, wie viel freien Cashflow ASML derzeit erwirtschaftet – ein Bild, das zu der Anfang Juli veröffentlichten, zweiten Anhebung der Jahresprognose passt. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit Nettoumsätzen zwischen 43 und 45 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 54 bis 56 Prozent.
Ausblick auf das dritte Quartal
Für das dritte Quartal hat ASML eine Umsatzspanne von 11 bis 12 Milliarden Euro sowie eine Bruttomarge zwischen 55 und 57 Prozent in Aussicht gestellt.
Untermauert wird dieser Ausblick durch die Produktionspläne bei der Extrem-Ultraviolett-Lithografie: Für 2026 plant ASML den Versand von rund 65 Low-NA-EUV-Systemen, was einem Wachstum der EUV-Systemumsätze von mehr als 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche.
Bereits vor rund zwei Wochen hatte die Meldung, wonach China mit einer eigenen DUV-Lithografiefertigung begonnen habe, für Diskussionen gesorgt – seither hat sich der Kurs um 11,9 Prozent erhöht, was zeigt, dass Anleger die Nachricht bislang nicht als unmittelbare Bedrohung für ASMLs Marktposition werten.
Auch die vor über einem Monat bekannt gewordene Sammelklage gegen den Konzern hat die Rally nicht gebremst: Seit deren Aufkommen liegt die Aktie um 140,6 Prozent höher.
Was die Zahlen für Anleger bedeuten
Die geplante Kapazitätserweiterung gibt einen Ausblick über 2026 hinaus: ASML will die Fertigungskapazität für Low-NA-EUV- und DUV-Immersionssysteme 2027 um etwa 30 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr steigern und prüft für 2028 eine weitere Aufstockung in ähnlicher Größenordnung. Sollte sich dieser Expansionskurs wie geplant fortsetzen, dürfte die Nachfrage nach modernster Chipfertigungstechnik ASMLs zentrale Wachstumsstütze bleiben.
Der nächste konkrete Prüfstein für diese Erwartungen folgt mit den Quartalszahlen zum dritten Geschäftsquartal, die ASML für den 14. Oktober angekündigt hat. Bis dahin dürfte der Markt die Entwicklung an den Terminen für Dividenden und Rückkäufe sowie an neuen Analystenkommentaren messen.
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