ASML: 1,3 Milliarden in Mistral AI investiert

ASML erwirbt eigene Aktien für 391 Mio. Euro und hält an KI-Strategie fest. Trotz jüngster Kursverluste bleibt die Jahresbilanz stark.

Auf einen Blick:
  • Rückkauf von 266.460 Aktien
  • Beteiligung an Mistral AI
  • Rekordauftragsbestand von 38,8 Mrd. Euro
  • Quartalszahlen am 14. Oktober

Asml Holding hat den Rückkauf eigener Aktien im Rahmen seines laufenden Aktienrückkaufprogramms über 12 Milliarden Euro fortgesetzt. Zwischen dem 3. und 7. August erwarb der niederländische Lithografie-Ausrüster 266.460 Aktien zu einem gewichteten Durchschnittspreis von rund 1.466 Euro je Aktie, wie das Unternehmen mitteilte. Das entspricht einem Gesamtvolumen von knapp 391 Millionen Euro.

Der Rückkauf fällt in eine Phase, in der die Aktie unter Druck steht: In den vergangenen sieben Handelstagen verlor das Papier 5,2 Prozent, über 30 Tage sind es 4,6 Prozent im Minus. Zum Handelsschluss am Freitag notierte ASML bei 1.507,80 Euro, ein Plus von 0,4 Prozent zum Vortag. Auf Jahressicht bleibt die Aktie mit 64 Prozent deutlich im Plus.

Strategische Wette auf generative KI

Im Zuge der Auswertung des jüngsten Geschäftsberichts wurde eine bereits zuvor bekannt gewordene Beteiligung an dem französischen Start-up Mistral AI erneut aufgegriffen: ASML hatte rund 1,3 Milliarden Euro investiert und hält daran einen Anteil von 11 Prozent.

Ziel der Beteiligung ist es, generative KI-Modelle in die Software der Lithografiesysteme sowie in die operative Entwicklung zu integrieren. Die Investition unterstreicht, wie stark ASML mittlerweile auf künstliche Intelligenz als Wachstumstreiber setzt – sowohl auf der Nachfrageseite bei Kunden aus Logik- und Speicherchip-Fertigung als auch bei der eigenen Produktentwicklung.

Diese Ausrichtung passt zu einem Rekordauftragsbestand von 38,8 Milliarden Euro, der Medienberichten zufolge die Basis für die anhaltend hohe Nachfrage nach Belichtungsanlagen bildet. Die Gesamtrendite für Aktionäre lag auf Zwölfmonatssicht bei 139,34 Prozent, getragen von der starken operativen Entwicklung und der Kursrally des vergangenen Jahres.

Rückkaufprogramm als Signal an den Markt

Aktienrückkäufe in dieser Größenordnung senden in der Regel ein Signal: Das Management sieht die eigene Aktie trotz zwischenzeitlicher Kursschwäche als attraktiv bewertet an. Der Rückkaufpreis von rund 1.466 Euro je Aktie lag dabei unterhalb des aktuellen Kursniveaus, was die Käufe aus heutiger Sicht als vorteilhaft erscheinen lässt.

Der jüngste Kursrückgang von ASML seit den Zahlen zum zweiten Quartal – über vier Wochen liegt das Minus bei 4,5 Prozent – wirkt vor diesem Hintergrund eher wie eine Konsolidierung nach einer starken Rally als wie ein fundamentales Warnsignal. Auch die vor gut drei Wochen ausgezahlte Zwischendividende, nach der die Aktie um 3,2 Prozent zulegte, deutet auf ein grundsätzlich intaktes Vertrauen der Anleger hin.

Institutionelle Investoren zeigen unterdessen ein gemischtes Bild: Während der Investor Puzo Michael J. im zweiten Quartal eine neue Position von 915 Aktien im Wert von rund 1,79 Millionen Dollar aufbaute, reduzierte Deepwater Asset Management seine Beteiligung im selben Zeitraum um 72,3 Prozent auf noch 1.053 Aktien im Wert von 2,09 Millionen Dollar.

Solche gegenläufigen Bewegungen sind bei einem Unternehmen dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich und lassen für sich genommen keine eindeutige Markteinschätzung ableiten.

Ausblick auf die kommenden Quartalszahlen

Anleger richten den Blick nun auf den 14. Oktober, wenn ASML die Zahlen zum dritten Quartal sowie die nächste Zwischendividende bekannt geben will. Angesichts des laufenden Rückkaufprogramms und der strategischen Investitionen in KI-Technologie dürfte insbesondere interessieren, wie sich die Nachfrage nach High-NA-EUV-Systemen weiterentwickelt – ASML hatte im Juli bestätigt, dass die erste Anlage dieser Bauart bei einem Leitkunden die Serienreife für die Logik-Chip-Fertigung erreicht hat.

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