Citi und UBS halten heute trotz des Kursdrucks an ihren Kaufempfehlungen für ASMPT fest. Im Mittelpunkt stehen der Umsatzausblick und die Frage, wann die starken KI-Aufträge zu Erlösen werden. Die Analysten sehen weiterhin Wachstumspotenzial. Zugleich begrenzen längere Lieferzeiten und vorgezogene Bestellungen die Aussagekraft des jüngsten Auftragsrekords für die unmittelbar kommenden Quartale.
Die Aktie reagiert bislang nicht mit Zuversicht: Ihre Tagesveränderung beträgt -7,1%. Damit steht die schwache Börsenentwicklung im Kontrast zu den positiven Analysteneinschätzungen.
Umsatzprognose über den Markterwartungen
ASMPT erwartet für das vierte Quartal 2026 einen Umsatz von 670–730 Mio. US-Dollar. Nach Einschätzung von Citi liegt der Mittelwert rund 9 % über den Markterwartungen.
Die Bank bezeichnet die gestern veröffentlichten Quartalsergebnisse dagegen als weitgehend erwartungsgemäß. Der positive Überraschungsfaktor liegt aus ihrer Sicht somit eher im Ausblick als in den bereits erzielten Ergebnissen.
Im dritten Quartal 2026 stieg der Umsatz aus fortgeführten Geschäften gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 48,7 %.
Auch die Profitabilität verbesserte sich deutlich. Die Nachfrage aus der KI-Infrastruktur stützte das Geschäft mit Thermokompressions-Bonding, Photonik und SMT. Der Umsatzanstieg ging mit einem kräftigen Ergebniszuwachs einher.
Der bereinigte Nettogewinn erreichte 689,7 Mio. Hongkong-Dollar und lag 486,3 % über dem Vorjahreswert. Die bereinigte Bruttomarge betrug 42,9 %.
Rekordaufträge brauchen Zeit bis zum Umsatz
UBS hebt heute hervor, dass der Auftragseingang die Erwartungen übertroffen habe. Sowohl SEMI als auch SMT erzielten Rekordaufträge. Neben der KI-Nachfrage trug allerdings auch ein einmaliger großer SMT-Auftrag dazu bei.
Der Auftragseingang erreichte 8.845,1 Mio. Hongkong-Dollar. Das Auftrags-Umsatz-Verhältnis lag bei 1,69 und damit auf dem höchsten Stand seit dem ersten Quartal 2021.
Für Anleger ist die zeitliche Umsetzung entscheidend. Nach Darstellung von UBS verhindern längere Lieferzeiten bei Advanced-Packaging-Produkten zunächst einen entsprechenden Umsatzschub in der SEMI-Sparte. ASMPT erwartet dort im Schlussquartal einen unveränderten Umsatz. SMT soll dagegen zweistellig gegenüber dem Vorquartal wachsen.
Zugleich dürfte der Auftragseingang unter dem Rekord des abgelaufenen Quartals bleiben. Das Unternehmen verweist auf Einmaleffekte und vorgezogene SMT-Bestellungen. Ein Rückgang gegenüber diesem außergewöhnlichen Niveau wäre deshalb nicht automatisch ein Beleg für nachlassende KI-Nachfrage.
UBS erhöhte ihre Gewinnprognose je Aktie für 2027 um 4 % auf 7,71 Hongkong-Dollar. Das Analysehaus erwartet zudem, dass Logikchips die Nachfrage nach Thermokompressions-Bonding stärker treiben und das Photonikgeschäft weiter wächst.
SMT-Verkauf bleibt eine offene Option
Zusätzliche Bedeutung erhält die SMT-Sparte durch den möglichen Verkauf. Laut Reuters gilt IDG Capital als aussichtsreichster Bieter. Eine Einigung könnte in den kommenden Wochen zustande kommen, ist aber nicht sicher. Auch FountainVest Partners und Triton Partners führten Gespräche.
ASMPT strebt dem Bericht zufolge eine Bewertung von rund 1,5 Mrd. US-Dollar an. Ob ein Käufer diesen Preis zahlt, ist offen. Citi beurteilt die Verkaufsnachricht als neutral bis leicht positiv.
Ein Verkauf könnte den Fokus auf Halbleiterausrüstung und Advanced Packaging stärken. Er ist jedoch nur eine der geprüften Möglichkeiten. ASMPT erwägt daneben ein Gemeinschaftsunternehmen, eine Abspaltung, einen Börsengang oder den Verbleib der Sparte im Konzern.
Citi bestätigt ein Kursziel von 250 Hongkong-Dollar, UBS nennt 200 Hongkong-Dollar. Beide bleiben bei „Kaufen“.
Damit stützen die Analysten ihre Zuversicht auf den Ausblick und das längerfristige KI-Geschäft. Entscheidend für ASMPT wird, die hohen Bestellungen in Umsatz umzusetzen, ohne dass vorgezogene Nachfrage das anschließende Wachstum zu stark abschwächt.
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