Aryzta zieht in Deutschland die Konsequenzen. Der Tiefkühlbackwarenhersteller schließt die Werke in Nordhausen (Thüringen) und Gerolzhofen (Bayern) und bündelt die Produktion im sachsen-anhaltischen Eisleben. Die Entscheidung folgt auf eine Überprüfung des Deutschlandgeschäfts, die der Konzern im August 2026 angekündigt hatte.
Sortiment soll profitabler werden
Mit der Restrukturierung will Aryzta die Profitabilität im deutschen Markt verbessern. Das Sortiment dünnt das Unternehmen aus und setzt künftig auf margenstärkere Produkte. Betroffen ist die Produktion für den Detailhandel und den Foodservice-Bereich.
Bis zu 500 Arbeitsplätze könnten an den beiden Standorten hängen. Auf der Firmenhomepage ist von rund 200 Beschäftigten in Nordhausen und etwa 300 in Gerolzhofen die Rede. Aktuelle Zahlen nannte eine Unternehmenssprecherin nicht. Unklar bleibt auch, wie viele Mitarbeiter ein Angebot für Eisleben erhalten und wie viele das Unternehmen verlassen müssen.
Die Pläne sollen weitgehend in den Jahren 2026 und 2027 umgesetzt werden.
Zweite Akquisition in Frankreich
Die Werksschließungen sind Teil einer Ad-hoc-Mitteilung vom Montagmorgen. Darin meldet Aryzta zugleich den Abschluss einer zweiten kleineren Übernahme in Frankreich. Der Konzern kombiniert also Straffung in Deutschland mit Zukäufen in einem anderen Kernmarkt. Außerdem gab das Unternehmen in derselben Mitteilung einen Ausblick auf das Geschäftsjahresende 2026. Konkrete Zahlen dazu liegen hier nicht vor.
Der Schritt passt zu einer Serie von Meldungen der vergangenen Wochen. Erst vor Kurzem hatte die Halbjahreszahlen-Reaktion den Kurs spürbar belastet, die Deutschland-Prüfung folgte direkt darauf. Mit den Schließungen liegt nun die erste konkrete Maßnahme auf dem Tisch.
Bis Ende 2027 will Aryzta die Umstrukturierung weitgehend abgeschlossen haben. Ob sich die Bündelung in Eisleben in der Marge niederschlägt, dürfte sich erstmals an den Zahlen für das Gesamtjahr 2026 ablesen lassen.
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