Europas gewerblicher Immobilienkonzern Aroundtown wagt einen großen Schritt. Das Unternehmen hat eine frisch begebene Anleihe über 850 Millionen Euro platziert – und startet zeitgleich ein milliardenschweres Rückkaufprogramm für ältere Schuldtitel.
Die neue Anleihe läuft fünf Jahre und bietet einen Kupon von 3,625 Prozent. Der Bond war stark überzeichnet, wie das Unternehmen mitteilte. Es ist die erste Euro-Anleihe des Jahres 2026 für Aroundtown, nachdem der Konzern zuvor bereits Papiere in Schweizer Franken emittiert hatte.
Parallel zur Neuemission läuft ein Rückkaufangebot über rund 1,5 Milliarden Euro. Im Fokus stehen drei Anleihen: die 0,375-Prozent-Anleihe (Fälligkeit 2027), die 5,375-Prozent-Anleihe (2029) und der 4,8-Prozent-Bond (ebenfalls 2029). Das Angebot läuft noch bis zum 15. Juli.
Strategie: Kürzere Laufzeiten durch längere ersetzen
Der Plan dahinter ist klar. Aroundtown will kurzfristige und vergleichsweise teure Schulden tilgen. Ersetzt werden sie durch das neue Papier mit längerer Laufzeit. So glättet der Konzern seinen Fälligkeitskalender und sichert sich stabilere Finanzierungskosten.
Die Börse quittiert den Schritt dennoch mit Skepsis. Die Aktie fällt am Mittwoch um 8,4 Prozent auf 2,19 Euro. Damit notiert das Papier nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 2,15 Euro, das es im März erreicht hatte. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf knapp 16 Prozent.
Aroundtown besitzt Büro- und Wohnimmobilien in Top-Lagen deutscher, niederländischer und Londoner Städte. Die Schuldenstrategie zeigt: Der Konzern arbeitet daran, seine Bilanz gegen das schwierige Marktumfeld zu wappnen. Ob der Anleihe-Deal reicht, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, bleibt abzuwarten. Die kommenden Quartalszahlen werden mehr Klarheit bringen.
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