Arm Aktie: Analysten senken Kursziele trotz Rekordquartal

Arm verzeichnet Rekordumsatz dank KI-Nachfrage, doch Sorgen um Kosten und Bewertung belasten die Aktie. Analysten reagieren mit reduzierten Kurszielen.

Auf einen Blick:
  • Umsatzplus von 22 Prozent
  • KI-Nachfrage treibt Rechenzentrumsgeschäft
  • Analysten senken Kursziele
  • SoftBank plant Chiphersteller-Ausbau

Der britische Chipdesigner Arm hat gestern Rekordzahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt. Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent auf 1,29 Milliarden US-Dollar. Sowohl die Lizenzgebühren, die mit 715 Millionen US-Dollar ebenfalls um 22 Prozent zulegten, als auch die Lizenzeinnahmen mit einem Plus von 23 Prozent auf 574 Millionen US-Dollar trugen zu diesem Ergebnis bei. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 29 Prozent auf 0,45 US-Dollar.

Trotz dieser operativen Bestmarken reagierten Analysten verhalten auf die Prognosen und die Kostenstruktur. Während die Bruttomarge mit 97,54 Prozent auf einem extrem hohen Niveau verharrt, äußerten Marktbeobachter Sorgen über künftigen Margendruck und steigende Kosten.

Analysten korrigieren Kursziele nach unten

In Reaktion auf die jüngsten Entwicklungen passten mehrere Analysehäuser ihre Erwartungen an. Die Analysten von Rosenblatt senkten ihr Kursziel für die Arm-Aktie von 270 auf 250 US-Dollar, behielten jedoch ihre Kaufempfehlung bei. Zur Begründung verwiesen sie auf niedrigere Gewinnschätzungen aufgrund des erwarteten Kostendrucks. Ähnlich positionierten sich andere Institute: Wells Fargo reduzierte das Ziel auf 280 US-Dollar, während die Bank of America das neue Kursziel auf 260 US-Dollar festlegte.

Am Aktienmarkt spiegelte sich die Skepsis trotz der Rekordzahlen wider. Das Papier beendete den Handel am Freitag bei 207,50 Euro. Zwar notiert der Wert damit seit Jahresbeginn noch immer beeindruckende 120,28 Prozent im Plus, doch belasteten zuletzt die Sorgen vor einem möglichen Überangebot im Halbleitersektor und die hohen Bewertungsmultiplikatoren das Sentiment. Aktuell liegt der Kurs noch rund 25,14 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt.

Dynamisches Wachstum im Rechenzentrums-Segment

Ein wesentlicher Wachstumstreiber für Arm ist die ungebrochene Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Die Lizenzgebühren aus dem Bereich Rechenzentren haben sich im abgelaufenen Quartal mehr als verdoppelt. Besonders die Nachfrage nach der speziellen „Server-AGI-CPU“ von Arm übertrifft die ursprünglichen Erwartungen deutlich. Medienberichten zufolge verdoppelte sich die Nachfrageprognose für die Geschäftsjahre 2027 und 2028 innerhalb von nur drei Monaten auf über zwei Milliarden US-Dollar.

Namhafte Technologiekonzerne setzen verstärkt auf Arm-basierte Architekturen. So befinden sich Nvidias Vera-CPUs in der Produktion, während Google mit Axion und Microsoft mit Cobalt 200 eigene Lösungen auf Arm-Basis vorantreiben. Amazon nutzt die Architektur für seine Graviton5-Chips. Schätzungen von Marktforschern wie IDC deuten darauf hin, dass Arm-basierte Server im Bereich der KI-Infrastruktur zunehmend Marktanteile von der klassischen x86-Architektur gewinnen.

Strategische Neuausrichtung durch SoftBank

Über das aktuelle Tagesgeschäft hinaus plant Großaktionär SoftBank eine fundamentale Erweiterung des Geschäftsmodells. CEO Masayoshi Son kündigte an, Arm vom reinen Chipdesigner zum Chiphersteller weiterzuentwickeln. Ziel sei es, das Unternehmen im Zentrum der globalen KI-Revolution zu positionieren. Zu den Plänen gehört unter anderem der Aufbau eines der weltweit größten Rechenzentren im US-Bundesstaat Ohio, das über eigene Energiequellen versorgt werden soll.

Laut Arm-CEO Rene Haas macht das Unternehmen zudem Fortschritte bei den sogenannten Compute Sub Systems (CSS). Durch Investitionen in moderne Fertigungstechnologien wie die Chiplet-Produktion will Arm seine technologische Führungsposition absichern. Marktexperten von Counterpoint prognostizieren, dass Arm-Server-CPUs bis zum Jahr 2029 einen Marktanteil von fast 90 Prozent erreichen könnten, nachdem dieser Ende 2025 noch bei rund 13,2 Prozent gelegen hatte.

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