Der Ausbau künstlicher Intelligenz verschiebt die Engpässe in modernen Rechenzentren zunehmend von der reinen Rechenleistung hin zur Datenübertragung. Von dieser Entwicklung profitiert der Netzwerkspezialist Arista Networks, der mit seinen Hochgeschwindigkeits-Switches eine zentrale Rolle beim Aufbau moderner Rechenarchitekturen einnimmt. An den europäischen Handelsplätzen schloss das Papier gestern bei 181,92 Euro mit einem Plus von 1,2 Prozent.
Bernstein sieht Potenzial durch offenen Ethernet-Standard
Das Analysehaus Bernstein startete am Mittwoch die Beobachtung von Arista Networks mit der Einstufung „Outperform“ und setzte ein Kursziel von 250 US-Dollar fest. Bernstein-Analyst Daniel Zhu verwies dabei auf die steigenden Hürden bei der Netzwerkbandbreite in Rechenzentren, die er als wachsende Engstelle für KI-Workloads beschreibt. Die Nachfrage nach leistungsfähiger Netzwerktechnik übersteige das Angebot weiterhin deutlich.
Zudem gewinnt der Netzwerkausrüster nach Einschätzung von Zhu Marktanteile gegenüber Nvidia, da immer mehr Unternehmenskunden von proprietären Systemen wie InfiniBand zu offenen Ethernet-Lösungen wechseln. Dieser Technologiewechsel spielt Arista unmittelbar in die Hände.
Mit dem Kursziel von 250 US-Dollar reiht sich Bernstein in eine überwiegend optimistische Stimmung an der Wall Street ein, wo unter anderem auch Piper Sandler mit einem Ziel von 240 US-Dollar Potenzial sieht.
Dynamisches Wachstum im Kerngeschäft
Die operative Grundlage für diese Zuversicht lieferten die jüngsten Geschäftszahlen. Im am 4. August vorgelegten Quartalsbericht wies das Unternehmen einen Umsatzsprung um 37,7 Prozent im Vorjahresvergleich auf 3,04 Milliarden US-Dollar aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 1,02 US-Dollar und übertraf die Erwartungen des Marktes deutlich.
Für das laufende dritte Quartal stellte das Management einen Gewinn je Aktie in der Spanne von 1,06 bis 1,08 US-Dollar in Aussicht. Über das gesamte Geschäftsjahr peilt der Konzern Erlöse von rund 12,6 Milliarden US-Dollar an. Ein wesentlicher Treiber bleibt dabei das Segment für sogenannte KI-Fabrics, aus dem Arista mindestens 3,5 Milliarden US-Dollar zum Jahresumsatz beisteuern will.
Bewertung und Risikofaktoren
Trotz der starken operativen Dynamik bleibt die Aktie anspruchsvoll bewertet. Mit einem Kursplus von 58 Prozent seit Jahresanfang spiegelt die Notierung bereits hohe Markterwartungen wider. Als wesentliche Risikofaktoren gelten die ausgeprägte Abhängigkeit von wenigen großen Cloud-Konzernen sowie eine mögliche Verlangsamung der massiven Infrastrukturinvestitionen bei den Hyperscalern.
Auf der Führungsebene kam es zuletzt zu turnusmäßigen Anteilsverkäufen. Vorstandschefin Jayshree Ullal veräußerte am 25. September im Rahmen eines vorab aufgesetzten Handelsplans 62.622 Aktien, hält jedoch weiterhin über 4,87 Millionen Anteile direkt. Parallel dazu reagierte das Unternehmen gestern auf einen Sicherheitsvorfall und stellte einen Fix für eine Schwachstelle in seiner Steuerungssoftware VeloCloud Orchestrator bereit.
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