Wer noch im Juni bei Forte Biosciences eingestiegen ist, dürfte sich verwundert die Augen reiben. Argen-X zahlt für das texanische Biotech-Unternehmen einen Aufschlag von rund 86 Prozent auf den durchschnittlichen Aktienkurs seit Anfang Juli — und das für ein Präparat, das noch mitten in der klinischen Entwicklung steckt. Der Deal zeigt, wie viel Wert der Immunologie-Konzern positiven Studiendaten inzwischen beimisst.
Vitiligo-Daten als Auslöser
Am 9. Juli 2026 veröffentlichte Forte Biosciences positive Phase-1b-Ergebnisse zur Hautkrankheit Vitiligo. Die Nachricht katapultierte den Kurs des bis dahin wenig beachteten Unternehmens von rund 20 auf zuletzt knapp 55 US-Dollar. Argen-X bietet nun 77 US-Dollar je Aktie in bar und bewertet Forte Biosciences damit mit rund 2,2 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 1,9 Milliarden Euro.
Im Zentrum des Interesses steht FB102, ein Anti-CD122-Antikörper mit klinischem Wirknachweis bei Vitiligo und Zöliakie. Argen-X sieht in dem Wirkstoff Potenzial für weitere Autoimmunerkrankungen, darunter Alopecia areata. Der Kaufpreis soll vollständig aus vorhandenen liquiden Mitteln finanziert werden — eine Finanzierungsklausel gibt es laut der Vereinbarung nicht.
Übernahme per Übernahmeangebot
Der Zukauf läuft über ein Übernahmeangebot an die Forte-Aktionäre. Argen-X will dabei mindestens die Mehrheit der ausstehenden Aktien einsammeln, bevor eine anschließende Fusion die restlichen Anteile zum gleichen Preis übernimmt. Beide Vorstände haben der Transaktion bereits zugestimmt, der Abschluss wird für das dritte Quartal 2026 erwartet — vorbehaltlich der üblichen Vollzugsbedingungen und der kartellrechtlichen Freigabe in den USA.
An der Euronext reagierte die Argen-X-Aktie zunächst leicht negativ auf die Nachricht, mit einem Minus von rund 0,45 Prozent auf 800,80 Euro. Der Rücksetzer fällt angesichts der Größenordnung des Deals moderat aus und deutet darauf hin, dass der Markt die strategische Logik hinter dem Zukauf grundsätzlich mitträgt.
Bis zum geplanten Closing im dritten Quartal muss vor allem die Zustimmung der Forte-Aktionäre sowie die kartellrechtliche Prüfung in den USA abgewartet werden. Parallel dazu dürften weitere Studienergebnisse zu FB102 bei Zöliakie in der zweiten Jahreshälfte 2026 zeigen, ob sich der hohe Übernahmepreis rechtfertigen lässt.
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