Ares Management meldet gleich zwei Großtransaktionen: Der Vermögensverwalter finanziert einen Telekomturm-Betreiber mit Milliardensumme und vertieft zugleich sein Engagement beim italienischen Energieversorger Plenitude. Beide Meldungen zeigen, wie weit sich das Geschäft des Konzerns in Infrastruktur und Energie ausdehnt.
Zwei Milliarden für Funktürme
Mehrere Ares-Fonds stellen 2,0 Milliarden Dollar einer 6,5 Milliarden Dollar schweren Finanzierung für Phoenix Tower International bereit. Rund 1,8 Milliarden Dollar flossen bereits beim Abschluss. Die Mittel sollen bestehende Kredite bündeln und zusätzlichen Spielraum für Wachstum in neuen und bestehenden Märkten schaffen.
Phoenix Tower betreibt mehr als 33.000 Mobilfunkstandorte in 23 Ländern. Ares spricht von einer der größten privaten Kreditfinanzierungen im Turmsektor. Der Finanzchef des Turmbetreibers bezeichnet das Paket als die größte seiner Art für ein privat gehaltenes Unternehmen dieser Branche.
Für Ares ist der Deal ein Beleg für die Schlagkraft der Infrastruktur-Schuldensparte. Sie verwaltete zuletzt rund 29,9 Milliarden Dollar.
Plenitude: Mehr Kapital, mehr Kontrolle
Parallel dazu stockt Ares bei Plenitude auf. Der Konzern und der Eigentümer Eni erhöhen ihre Kapitaleinlage um insgesamt etwa 1,5 Milliarden Euro, davon entfällt über eine Milliarde auf Ares. Grundlage ist eine Bewertung des Eigenkapitals von 10,75 Milliarden Euro vor der Einlage.
Nach Abschluss hält Ares 26,24 Prozent an Plenitude. Eni kommt auf 65,03 Prozent, Energy Infrastructure Partners auf 8,73 Prozent. Ares war 2025 mit 20 Prozent für rund 2 Milliarden Euro eingestiegen.
Auch die Governance ändert sich. Ares und Eni kontrollieren Plenitude künftig gemeinsam. Ares entsendet drei Verwaltungsratsmitglieder, darunter Stefano Questa als Vorsitzenden, Eni fünf inklusive des Vorstandschefs, EIP eines.
Einordnung
Beide Transaktionen laufen über unterschiedliche Strategien: Infrastructure Debt auf der einen, Alternative Credit mit rund 57 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen auf der anderen Seite. Die Gesamtplattform kommt auf über 671 Milliarden Dollar.
Konkrete Kursreaktionen auf die heutigen Meldungen liegen nicht vor. Strategisch passt beides zum Kurs des Hauses, große, langfristige Kapitalbedürfnisse in Infrastruktur und Energie zu bedienen und dabei bei Plenitude erstmals gemeinsame Kontrolle mit einem Industriepartner auszuüben.
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