Die Rechnung für Arcelormittal wird saftig. Die staatlich bestellten Verwalter des italienischen Stahlwerks Acciaierie d’Italia fordern jetzt 7 Milliarden Euro Schadenersatz vom luxemburgischen Stahlriesen. Die Financial Times berichtet von einer Klage, die Anfang Januar bei einem Mailänder Gericht eingereicht wurde. Der Vorwurf wiegt schwer.
Laut der Klageschrift hat ArcelorMittal die Finanzen des Unternehmens systematisch ausgehöhlt. Die vom Gericht angeordnete Prüfung nach der staatlichen Übernahme vor knapp zwei Jahren soll ergeben haben, dass Ressourcen gezielt zur Muttergesellschaft transferiert wurden. Italien sieht darin eine bewusste Strategie, keine Schlamperei.
Das Stahlwerk in Taranto, früher bekannt als Ilva, bleibt ein Politikum ersten Ranges für Rom. Die Regierung Meloni hat bereits Milliarden investiert, um die 10.000 Arbeitsplätze zu sichern. Zwei US-Fonds haben kürzlich Übernahmeangebote vorgelegt, doch Meloni will Garantien sehen.
ArcelorMittal kontert mit eigenem Verfahren
Der Konzern lässt sich das nicht gefallen. Bereits im Juli startete ArcelorMittal ein internationales Schiedsverfahren gegen Italien in Washington. Grundlage ist der Energiecharta-Vertrag. Die Übernahme des Werks durch den italienischen Staat wird dort angefochten. Beide Seiten schweigen bislang zu den Vorwürfen.
Für eine Wiederbelebung des Standorts werden mindestens 5 Milliarden Euro Investitionen veranschlagt. Das Werk gilt als verschmutzt, unterinvestiert und politisch heikel. Viele potenzielle Käufer haben deshalb bereits abgewunken. Die Ilva-Saga zieht sich seit Jahren hin und ein Ende ist nicht in Sicht.
Anleger sollten die Entwicklung genau verfolgen. Eine Schadenersatzzahlung in dieser Größenordnung würde selbst einen Konzern wie ArcelorMittal nicht kaltlassen. Der juristische Schlagabtausch dürfte noch Monate dauern und die Unsicherheit bleibt hoch.
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