Australiens erstes vollständig integriertes Seltene-Erden-Projekt bekommt Rückenwind von höchster Stelle. Am 5. Juni 2026 unterzeichnete die Regierung des Northern Territory eine formelle Absichtserklärung zur Unterstützung des Nolans-Projekts — und bekräftigt damit, was intern schon länger als die größte Bergbauinvestition in der Geschichte des Territoriums gilt.
Regierung setzt Zeichen
Die Unterzeichnung folgt nur wenige Tage nach zwei weiteren Meilensteinen. Am 21. Mai 2026 fiel die finale Investitionsentscheidung (FID). Kurz darauf erhielt das Projekt den Status „Significant Project“ nach dem Territory Coordinator Act. Die Absichtserklärung rundet diese Entwicklung ab.
Das Nolans-Projekt hat ein Gesamtvolumen von 1,6 Milliarden australischen Dollar. Es soll Bergbau und Weiterverarbeitung an einem einzigen Standort bündeln — ein Novum für Australien. Der Baubeginn ist für September 2026 geplant, die erste Produktion für Mitte 2029. Jährlich sollen 4.440 Tonnen Neodym-Praseodym-Oxid (NdPr) entstehen. Das entspricht rund fünf Prozent der weltweiten Nachfrage nach diesem Schlüsselmaterial für Elektromotoren und Robotik.
Finanzierung steht
Die Finanzierung ist breit aufgestellt. Die staatliche deutsche KfW steuert 50 Millionen Euro bei — im Auftrag des Deutschen Rohstoffonds. Export Finance Australia ergänzt mit umgerechnet rund 146 Millionen australischen Dollar. Hinzu kommen eine institutionelle Kapitalerhöhung über 350 Millionen australische Dollar sowie ein Aktionärsprogramm über 25 Millionen.
Über die gesamte Projektlaufzeit von 38 Jahren rechnet Arafura mit einem Beitrag von 25,2 Milliarden australischen Dollar zum Bruttoprodukt des Northern Territory. Das Projekt zielt direkt auf die Diversifizierung globaler Lieferketten — weg von der heute dominanten Abhängigkeit von chinesischen Produzenten.
Kurs unter Druck
Die Aktie reagiert auf die Nachrichten nicht mit Kursgewinnen. Sie notiert aktuell bei 0,16 Euro — ein Minus von rund vier Prozent am heutigen Tag. Im Monatsvergleich hat das Papier mehr als ein Fünftel seines Werts verloren. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von rund 63 Prozent.
Der aktuelle Kurs liegt exakt auf dem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI von knapp 39 signalisiert, dass die Aktie technisch in die Nähe überverkaufter Bereiche gerückt ist. Ob das Großprojekt den Kurs mittelfristig stabilisiert, wird sich spätestens mit dem Baubeginn im Herbst zeigen.
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