Arafura Rare Earths hat für sein Nolans-Projekt in Zentralaustralien die entscheidende Hürde genommen: Die endgültige Investitionsentscheidung fiel bereits am 21. Mai, der Baubeginn ist für September angesetzt. Parallel dazu hat das Unternehmen die Finanzierung und die Abnahmeverträge für die geplante Seltene-Erden-Produktion abgesichert. An der Börse kommt die Nachricht bislang kaum an – die Aktie bleibt unter Druck.
Offtakes und Sonderstatus für Nolans
Arafura hat zwei bindende Term Sheets für die Abnahme von Neodym-Praseodym-Oxid unterzeichnet, mit Traxys North America und einem indischen Partner, jeweils über 500 Tonnen pro Jahr. Die Regierung des Northern Territory erklärte Nolans zudem zum ersten sogenannten „Significant Project“ der Region – ein Status, der dem Vorhaben besondere administrative Priorität verschafft. Für ein Projekt, das Australien als Alternative zu chinesischen Lieferketten für Magnetmaterialien positionieren soll, ist das ein politisch bedeutsames Signal, zumal sich US-Finanzminister Bessent und Handelsbeauftragter Greer zuletzt mit Chinas Vize-Premier He Lifeng auch über Seltene Erden austauschten.
Kapitalpolster von 723 Millionen Dollar
Die Finanzierung des Baustarts steht auf mehreren Beinen. Arafura platzierte Aktien im institutionellen Rahmen für 350 Millionen australische Dollar und holte über ein Aktienbezugsprogramm weitere 11,5 Millionen australische Dollar herein. Zum 30. Juni verfügte das Unternehmen über liquide Mittel und Termineinlagen von 723 Millionen australische Dollar, nach 561 Millionen Ende März. Im Quartal flossen netto 170 Millionen australische Dollar aus Finanzierungsaktivitäten zu, seit Jahresbeginn waren es 725 Millionen. Nach eigenen Angaben reicht das Kapital für gut 31 Quartale operativen Bedarfs.
Der Gesamtfinanzierungsbedarf für Nolans liegt jedoch bei umgerechnet rund 1,9 Milliarden US-Dollar – die aktuelle Kassenposition deckt also nur einen Teil der Baukosten. Arafura arbeitet deshalb an weiteren Bausteinen: Gespräche über eine Cornerstone-Beteiligung mit Export Finance Australia und dem deutschen Rohstofffonds laufen ebenso wie eine geplante Wandelanleihe mit der National Reconstruction Fund Corporation. Operativ verbrauchte das Unternehmen im Quartal 6,5 Millionen australische Dollar, während 501 Millionen australische Dollar vor allem in Termineinlagen flossen – ein Beleg dafür, dass das frische Kapital derzeit noch geparkt statt verbaut wird.
Aktie fällt trotz Meilenstein weiter
An der Börse zeigt sich davon bislang wenig Kursfantasie. Bereits am Donnerstag geriet die Aktie an der australischen Heimatbörse im Zuge eines breiten Ausverkaufs bei Rohstoffwerten deutlich unter Druck, während gleichzeitig der Ölpreis kräftig zulegte und Goldminenwerte trotz steigendem Goldpreis nachgaben. Im deutschen Handel schloss das Papier am selben Tag 3,45 Prozent leichter bei 0,1119 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen hat die Aktie damit fast ein Viertel ihres Wertes verloren, seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut einem Viertel zu Buche. Der Relative-Stärke-Index von 24,8 signalisiert eine deutlich überverkaufte Marktlage – ein Bereich, in dem technische Gegenbewegungen historisch nicht unüblich sind, ohne dass daraus eine Kaufempfehlung folgt.
Der Kontrast zur fundamentalen Nachrichtenlage ist auffällig: Während das Unternehmen einen zentralen Baumeilenstein, zwei Abnahmeverträge und ein prall gefülltes Konto vermelden kann, preist der Markt offenbar weiterhin das Verwässerungsrisiko der jüngsten Kapitalerhöhungen sowie die verbleibende Finanzierungslücke von rund 1,9 Milliarden US-Dollar ein. Analysten bewerten die Aktie dennoch mit Kaufen und sehen ein Kursziel von 0,35 australischen Dollar – deutlich über dem aktuellen Niveau. Ob sich diese Einschätzung durchsetzt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie zügig Arafura die verbleibenden Finanzierungsbausteine für Nolans schließt und ob der Baustart im September wie geplant verläuft.
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