Arafura Rare Earths hat nach eigenen Angaben die Finanzierung für das Seltene-Erden-Projekt Nolans vollständig abgesichert. Das Unternehmen teilte mit, mehr als 930 Millionen australische Dollar an Eigenkapital eingesammelt zu haben, ergänzt um Fremdkapitalfazilitäten von 775 Millionen australischen Dollar. Weitere Kapitalerhöhungen seien nach Unternehmensangaben derzeit nicht geplant.
Kapitalstruktur aus mehreren Bausteinen
Zu den gesicherten Mitteln zählen laut Unternehmen Wandelanleihen des Finanzierungspartners NROC über 200 Millionen australische Dollar sowie strategische Eigenkapitalbeteiligungen von Export Finance Australia und dem deutschen Fonds für Rohstoffe. Für diese beiden strategischen Investoren stehen zusätzlich verbindliche Zeichnungsvereinbarungen über 230 Millionen australische Dollar bereit.
Nach jüngsten Abschlüssen weist Arafura eine Pro-forma-Kassenposition von über 900 Millionen australischen Dollar aus. Der vertragliche Abschluss der Projektfinanzierung sowie die Abwicklung der strategischen Beteiligungen sind für Oktober terminiert.
Diese Kapitalbasis soll das Nolans-Vorhaben bis zur praktischen Fertigstellung tragen. Nach Unternehmensangaben ist diese für Ende 2029 vorgesehen, gefolgt von einer zweijährigen Inbetriebnahme- und Hochlaufphase. Die volle Nennkapazität soll demnach Ende 2031 oder Anfang 2032 erreicht werden.
Nolans zielt auf eine Jahresproduktion von 4.440 Tonnen NdPr-Oxid sowie rund 573 Tonnen an schweren Seltenen Erden ab, bei Investitionskosten von etwa 1,226 Milliarden US-Dollar und einer Minenlaufzeit von 38 Jahren.
Verlust weitet sich trotz Finanzierungsfortschritt aus
Parallel zur Finanzierungsmeldung veröffentlichte Arafura Zahlen zum Geschäftsjahr 2026: Der Verlust weitete sich aus, während sonstige Erträge zulegten.
Zum Stichtag 30. Juni verfügte das Unternehmen über 223,2 Millionen australische Dollar an Barmitteln, ergänzt um 500 Millionen australische Dollar an Zwischenanlagen. Die Zahl von 932,7 Millionen australischen Dollar an im Geschäftsjahr eingeworbenem Eigenkapital deckt sich mit den separat kommunizierten Finanzierungsangaben.
Für Anleger verschiebt sich damit der Blick von der reinen Finanzierungsfrage hin zur operativen Umsetzung. Mit dem im September angelaufenen Bau des Nolans-Projekts beginnt die eigentliche Bewährungsprobe: Die kommenden Jahre bis zur Fertigstellung müssen zeigen, ob Zeit- und Kostenrahmen eingehalten werden.
Kursreaktion fällt verhalten aus
Am Kapitalmarkt hat die Nachricht über die gesicherte Finanzierung bislang keine spürbare Erleichterung ausgelöst. Die Aktie schloss am Freitag bei 0,1189 Euro, nach einem Rückgang von 7,4 Prozent auf Wochensicht. Damit notiert das Papier weiterhin deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 0,3100 Euro vom 13. Oktober, ein Abstand von 62 Prozent.
Der jüngste Kursverlauf zeigt: Die Bestätigung der Vollfinanzierung reicht für sich genommen nicht aus, um das seit dem Baubeginn belastete Sentiment umzukehren – Anleger dürften nun stärker auf konkrete Baufortschritte und die vertragliche Fixierung der Finanzierung im Oktober achten.
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