Der Kurs von Applovin fiel am Freitag im Handel um 5,0 Prozent auf 237,85 €. Auslöser der Verkäufe war eine skeptische Einschätzung des Analysehauses Wells Fargo zum operativen Geschäftsverlauf. Die Analysten stellten infrage, ob die jüngste Zunahme bei den Installationen des Händler-Pixels tatsächlich eine nennenswerte Nachfrage im E-Commerce-Bereich widerspiegelt.
Fehlender Datenverkehr bremst Hoffnung auf Wachstum
Die Experten begründeten ihre Zurückhaltung mit einer Auswertung der neu angebundenen Händlerseiten. Nach Erkenntnissen von Wells Fargo weisen viele dieser neuen Webseiten kaum oder gar keinen messbaren Datenverkehr auf. Eine echte und nachhaltige Wachstumsbeschleunigung sei daher vor dem Jahr 2027 kaum zu erwarten.
Bereits am Mittwoch hatte Wells Fargo die Einstufung für die Aktie auf „Equal Weight“ mit einem Kursziel von $325 belassen. Das Institut verwies dabei ausdrücklich auf Bedenken hinsichtlich der Qualität des jüngsten Wachstums bei den E-Commerce-Pixel-Installationen. Die erhoffte Dynamik im neuen Geschäftsfeld lässt damit nach Ansicht der Analysten vorerst auf sich warten.
Schiedsverfahren und abgelehnter Eilantrag gegen Unity
Zusätzlich zu den fundamentalen Zweifeln belastet eine juristische Auseinandersetzung mit dem Konkurrenten Unity Technologies SF das Sentiment. AppLovin hatte am 27. September ein förmliches Schiedsverfahren gegen das Partnerunternehmen eingeleitet.
Die Vorwürfe wiegen schwer: AppLovin macht eine Vertragsverletzung sowie die Veruntreuung von Geschäftsgeheimnissen geltend. Der Streit entzündete sich an Daten, die über das Software Development Kit zur Anzeigenqualität von Unity erfasst wurden.
In diesem Zusammenhang musste AppLovin eine verfahrensrechtliche Niederlage hinnehmen. Ein Richter des San Francisco Superior Court lehnte den Antrag von AppLovin auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen das Ad Quality SDK ab.
Die gerichtliche Entscheidung bezog sich jedoch ausschließlich auf den vorläufigen Eilrechtsschutz und traf keine Aussage über die inhaltliche Begründetheit der Klagepunkte. Der Rechtsstreit wird im Rahmen des Schiedsverfahrens weiterverhandelt.
Notierung testet das Jahrestief
Die Kombination aus fundamentaler Skepsis und rechtlichen Unsicherheiten setzte den Aktienkurs zum Wochenabschluss spürbar unter Druck. Mit dem jüngsten Kursabschlag notiert der Titel lediglich 0,7 % über seinem 52-Wochen-Tief. Solange belastbare Belege für einen tragfähigen Beitrag des E-Commerce-Geschäfts fehlen, dürfte die Marktstimmung um den Werbespezialisten angespannt bleiben.
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