Bei AppLovin blicken die Anleger nach einem schwächeren zweiten Quartal bereits auf eine erwartete Wiederbeschleunigung im dritten Quartal. Der Werbetechnologie-Konzern peilt für das laufende Vierteljahr einen Umsatz zwischen 2,055 und 2,085 Milliarden Dollar an sowie ein bereinigtes EBITDA von 1,71 bis 1,74 Milliarden Dollar bei einer Marge von rund 83 Prozent. Das Management betonte, das dritte Quartal sei stark gestartet und die Geschäfte seien wieder auf dem erwarteten Kurs. Diese Prognose stützt sich auf bereits aktive und funktionierende Modellverbesserungen.
Was hinter der Delle im zweiten Quartal steckt
Im zweiten Quartal erzielte AppLovin einen Umsatz von 1,92 Milliarden Dollar, ein Plus von 53 Prozent gegenüber dem Vorjahr und vier Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Damit lag das Unternehmen knapp unter der Mitte der eigenen Prognosespanne. Der Grund war ein zeitliches Phänomen.
Die üblichen Fortschritte bei den KI-Modellen im Gaming-Bereich fielen im Quartal geringer aus als gewohnt, der nächste Leistungssprung landete erst kurz nach Quartalsende. Wichtig für Anleger ist die Einordnung des Managements, wonach nichts auf eine nachlassende Werbenachfrage oder ein verändertes Wettbewerbsumfeld hindeutete. Das bereinigte EBITDA stieg um 58 Prozent auf 1,61 Milliarden Dollar.
KI-Investitionen treiben die Kosten
Die Kehrseite des Wachstums sind steigende Kosten. Der wesentliche Treiber des sequenziellen Kostenanstiegs war ein höherer Rechenaufwand, der mit dem Training bestehender Modelle und der Entwicklung neuer Modelle zusammenhängt. Diese höheren Ausgaben für Training und Inferenz hat AppLovin bereits in die Prognose für das dritte Quartal eingerechnet.
Langfristig zeigt sich das Management überzeugt, die Marge im niedrigen 80-Prozent-Bereich halten zu können. Der freie Cashflow lag im Quartal bei 863 Millionen Dollar, wobei die Schwäche laut Unternehmen zeitlich bedingt ist und nicht die Ertragskraft des Geschäfts betrifft.
Applovin Aktie Chart
Belastungsfaktor ausgeräumt, Baustellen bleiben
Erleichterung brachte die Mitteilung, dass die US-Börsenaufsicht SEC ihre Untersuchung ohne empfohlene Maßnahmen abgeschlossen hat. Damit fällt ein länger schwelender Unsicherheitsfaktor weg. Beim Ausbau des Consumer-Geschäfts geht AppLovin bewusst schrittweise vor und konzentriert sich zunächst auf mittelgroße Werbekunden. Als größte Hürde nannte das Management die Erstellung hochwertiger Werbevideos, deren Produktion noch nicht ausgereift ist.
Für die Aktie überwiegen die Chancen einer anhaltend hohen Wachstumsdynamik. Das zentrale Risiko bleibt die Schwankungsanfälligkeit der Modellzyklen, denn nicht in jedem Quartal gibt es einen spürbaren Leistungssprung.
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