Der US-Halbleiterausrüster Applied Materials steht unmittelbar vor der Veröffentlichung seiner Ergebnisse für das dritte Fiskalquartal 2026. Während die Finanzwelt gespannt auf die Zahlen am kommenden Donnerstag blickt, gab das Unternehmen am heutigen Dienstag eine neue strategische Partnerschaft bekannt.
Die University of California, Berkeley wird sich als Forschungspartner dem EPIC Center von Applied Materials im Silicon Valley anschließen, um die Entwicklung neuer Materialien und Prozesse für das KI-Computing voranzutreiben.
Forschungspartnerschaft für die nächste Chip-Generation
Die Zusammenarbeit mit der UC Berkeley zielt darauf ab, die Innovationszyklen in der Halbleiterindustrie zu verkürzen. Das EPIC Center soll im laufenden Jahr den operativen Betrieb aufnehmen und dient als zentrale Plattform für die Forschung an fortschrittlichen Architekturen. Im Fokus stehen dabei insbesondere Technologien, die für die steigenden Anforderungen von Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) unerlässlich sind.
Die Kooperation kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die gesamte Branche massiv in die Infrastruktur investiert. Marktbeobachtungen zufolge planen die führenden Cloud-Anbieter für das Jahr 2026 Investitionsausgaben in Höhe von rund 863 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 88 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Applied Materials positioniert sich durch das EPIC Center als Schlüsselakteur, um die notwendige Hardware-Basis für diese Investitionswelle bereitzustellen.
Hohe Erwartungen an das dritte Fiskalquartal
Für die übermorgen anstehende Bilanzpräsentation nach US-Börsenschluss rechnen Analysten mit einem starken Zahlenwerk. Der Konsens der Schätzungen geht von einem Quartalsumsatz in Höhe von etwa 9 Milliarden US-Dollar aus. Dies entspräche einer Steigerung von 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Beim bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) liegt die Markterwartung bei 3,39 US-Dollar.
Die Experten der Bank RBC rechnen damit, dass das Unternehmen die Erwartungen übertreffen und möglicherweise seine Prognosen für das Gesamtjahr anheben wird.
Als wesentliche Treiber gelten die starke Nachfrage nach KI-Infrastruktur sowie der technologische Übergang zu sogenannten GAA-Transistoren (Gate-All-Around). Applied Materials konnte in den vergangenen vier Quartalen die Konsensschätzungen jeweils übertreffen, was die Zuversicht am Markt stützt.
Insiderverkäufe und Marktbewertung
Trotz der positiven operativen Aussichten gab es zuletzt Signale, die zur Vorsicht mahnen könnten. So veräußerte der CEO des Unternehmens am 30. Juni Aktien im Wert von rund 14,7 Millionen US-Dollar.
Dieser Verkauf fiel zeitlich mit dem Erreichen des aktuellen 52-Wochen-Hochs zusammen. Zudem wird die Aktie derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 43,8 bewertet, was deutlich über dem historischen Fünf-Jahres-Durchschnitt von 21,18 liegt.
An der Börse zeigt sich der Wert heute stabil mit einem Zuwachs von 0,18 Prozent auf 455,55 Euro. Seit Jahresanfang konnte das Papier bereits um 103,10 Prozent zulegen und gehört damit zu den Outperformern im Sektor. Dennoch notiert die Aktie aktuell rund 7,10 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt, was die jüngste Konsolidierungsphase im Technologiesektor widerspiegelt.
Den Abstand zum 52-Wochen-Hoch beziffern Marktdaten derzeit auf 29,68 Prozent. Anleger werden am Donnerstag vor allem darauf achten, ob die neuen Prognosen die ambitionierte Bewertung rechtfertigen können.
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