Applied Materials Aktie: Big Short gegen KI-Boom!

Star-Investor Michael Burry wettet massiv gegen Halbleiteraktien. Analysten sehen Risiken für Applied Materials trotz Rekordumsätzen.

Auf einen Blick:
  • Burry setzt auf fallende Kurse
  • CEO verkauft eigene Aktien
  • Umsatz klettert auf acht Milliarden
  • Kurs 14 Prozent unter Rekordhoch

Applied Materials erlebt derzeit extreme Kontraste an der Börse. Die Aktie legte in den vergangenen zwölf Monaten um gewaltige 243 Prozent zu. Nun formiert sich prominenter Widerstand. Star-Investor Michael Burry wettet mit seinem Fonds massiv gegen den Halbleitersektor.

Der Investor warnt vor einer KI-Chip-Blase und erwartet eine Branchenkorrektur von 30 Prozent. Dabei liefert Applied Materials operativ absolut solide Zahlen. Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal auf knapp acht Milliarden Dollar.

Dennoch zeigt der Chart erste Risse. Das Papier schloss am Freitag bei 557,00 Euro. Damit liegt der Kurs rund 14 Prozent unter dem jüngsten Rekordhoch von Ende Juni.

Die entscheidende Frage lautet: Sehen wir einen nachhaltigen Strukturwandel in der Branche oder den Höhepunkt eines Hypes? Die Aktie notiert aktuell spürbar über dem Konsensziel der Analysten von rund 506 Euro.

Milliarden-Investitionen stützen das Geschäft

Für weiteres Kurspotenzial spricht der massive Ausbau der weltweiten Chip-Infrastruktur. Hersteller sind zwingend auf die Produktionsanlagen von Applied Materials angewiesen. Goldman Sachs taxiert die Investitionen von TSMC im Jahr 2027 auf 78 Milliarden Dollar. Im Folgejahr rechnen Experten sogar mit 82 Milliarden Dollar.

Auch der Speichermarkt zieht deutlich an. Micron baut aktuell für neun Milliarden Dollar ein neues Werk in Japan. Samsung kündigte für das dritte Quartal drastische Preiserhöhungen an. Solche Zyklen lösen traditionell eine Welle neuer Ausrüstungsbestellungen aus.

Die Aktie profitierte von diesem Umfeld bereits enorm. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von fast 143 Prozent. Der Abstand zur 50-Tage-Linie bleibt mit 28 Prozent komfortabel.

Warnsignale aus der Chefetage

Auf der anderen Seite wachsen die Risiken einer Überbewertung. Burrys Prognose unterstreicht die zyklische Natur der Halbleiterindustrie. Die aktuelle KI-Euphorie verdeckt dieses Muster möglicherweise.

Ein markantes Warnsignal lieferte zuletzt die Führungsspitze. CEO Gary Dickerson verkaufte Mitte Juni knapp 72.000 Aktien zu je 593,75 Dollar. Marktbeobachter werten solche Schritte oft als fehlendes Vertrauen in weitere Kursgewinne.

Der Aktienkurs hat sich zudem stark von den konservativen Analystenzielen gelöst. Eine hohe annualisierte Volatilität von 92 Prozent macht das Papier extrem anfällig. Kühlt die Stimmung ab, drohen sehr schnelle Kursrutsche.

Ausblick: Kritische Wochen im Juli

Solange große Foundries ihre Ausgabenbudgets nicht kürzen, bleibt das fundamentale Umfeld stabil. Ein erster Härtetest steht jedoch unmittelbar bevor. Mitte Juli 2026 melden wichtige Wettbewerber aus dem Sektor ihre Quartalszahlen.

Ende des Monats folgen zentrale KI-Branchenevents. Diese Termine entscheiden über die kurzfristige Richtung. Sie klären, ob der aktuelle Kursabschlag eine Kaufchance bietet oder eine größere Korrektur einleitet.

Fällt die Aktie unter die wichtige Marke von 506 Euro, rückt der nächste technische Indikator in den Fokus. Die 200-Tage-Linie verläuft aktuell bei rund 297 Euro. Sie dient im Falle eines echten Abverkaufs als entscheidendes Auffangnetz.

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