Applied Materials Aktie: 5,6% Minus nach 9,12-Milliarden-Rekord

Chipausrüster meldet Rekordumsatz und starken Gewinn, doch die Aktie verliert. Anleger reagieren enttäuscht auf die gemischte Prognose für das vierte Quartal.

Auf einen Blick:
  • Umsatzrekord von 9,12 Milliarden Dollar
  • Aktie fällt trotz starker Zahlen
  • Gemischte Prognose für Q4
  • Insider verkaufen Aktien im Wert von 169,7 Millionen Dollar

Applied Materials hat im dritten Fiskalquartal einen Umsatzrekord erzielt – und die Aktie ist trotzdem eingebrochen. Der Chipausrüster meldete einen Umsatz von 9,12 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 24,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und übertraf damit die Konsensschätzung deutlich.

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 3,50 US-Dollar, ebenfalls über den erwarteten 3,40 US-Dollar. Der Nettogewinn kletterte auf 2,54 Milliarden US-Dollar gegenüber 1,78 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal. CEO Gary Dickerson führte das starke Wachstum auf die anhaltende Nachfrage aus dem KI-Sektor zurück.

Am Freitag verlor die Aktie an der Börse in Frankfurt 5,6 Prozent und schloss bei 438,90 Euro – eine Reaktion, die angesichts der eigentlich starken Zahlen zunächst überrascht.

Der Kursrutsch dürfte auch mit der Guidance für das vierte Quartal zusammenhängen: Zwar stellt Applied Materials für den kommenden Berichtszeitraum einen bereinigten Gewinn von 3,82 bis 4,22 US-Dollar je Aktie sowie einen Umsatz zwischen 9,75 und 10,75 Milliarden US-Dollar in Aussicht – Anleger hatten offenbar auf noch deutlichere Signale gesetzt, nachdem die Aktie im laufenden Jahr bereits kräftig zugelegt hatte.

Institutionelle Anleger uneins über die Positionierung

Die jüngsten Pflichtmitteilungen institutioneller Investoren zeichnen ein gemischtes Bild. Suncoast Equity Management baute im zweiten Quartal eine neue Position von knapp 40.000 Aktien im Wert von rund 28,7 Millionen US-Dollar auf. Elyxium Wealth stockte seinen Bestand um 148,1 Prozent auf gut 2.400 Aktien auf.

Auf der anderen Seite reduzierte TD Asset Management seine Beteiligung um gut ein Fünftel und verkaufte gut 222.000 Aktien, während Boomfish Wealth Group seine Position um 14,5 Prozent verringerte, sie aber weiterhin als sechstgrößte Position im Portfolio hält.

Parallel dazu zeigt sich bei Insidern ein klareres Bild: In den vergangenen drei Monaten wurden Aktien im Wert von rund 169,7 Millionen US-Dollar verkauft, ein Volumen von 278.088 Stück. Solche Insiderverkäufe lassen sich nicht automatisch als negatives Signal deuten, sie fallen aber in eine Phase, in der die Aktie ohnehin unter Druck steht.

Bewertung nach starkem Lauf unter Beobachtung

Die Kursschwäche der vergangenen Woche reiht sich in eine breitere Korrektur ein: Auf Monatssicht hat das Papier 14 Prozent verloren und notiert damit rund 11 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Zugleich bleibt die Aktie auf Sicht von zwölf Monaten mit einem Plus von 172 Prozent einer der auffälligsten Gewinner im Halbleiter-Ausrüstungssektor – ein Umstand, der die jüngste Konsolidierung nach den Zahlen relativiert.

Die Dividende bleibt unterdessen unverändert: Applied Materials zahlt 0,53 US-Dollar je Aktie, mit Ex-Datum am 20. August und Auszahlung am 10. September, was einer annualisierten Rendite von 0,4 Prozent entspricht.

Angesichts der massiven KI-getriebenen Nachfrage, die auch bei anderen Zulieferern der Chipbranche zuletzt für Rekordzahlen sorgte, dürfte der Fokus der Anleger in den kommenden Wochen vor allem darauf liegen, ob Applied Materials die selbst gesteckte Guidance für das vierte Quartal erreichen kann.

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