Der US-Halbleiterausrüster Applied Materials verzeichnet im Zuge des anhaltenden KI-Booms eine außergewöhnlich starke Geschäftsentwicklung. Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 Rekordergebnisse, wobei insbesondere die Profitabilität hervorsticht. Die Bruttomarge erreichte den höchsten Stand seit über 20 Jahren, was die starke Marktposition des Konzerns bei der Ausstattung moderner Chipfabriken unterstreicht.
Starke Quartalszahlen und optimistischer Ausblick
Im abgelaufenen zweiten Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 7,91 Milliarden USD, was einer Steigerung von 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der bereinigte Gewinn pro Aktie (EPS) lag mit 2,86 USD deutlich über den Erwartungen des Marktes, die im Schnitt von 2,68 USD ausgegangen waren. Damit übertraf Applied Materials die Prognosen um 0,18 USD.
Für das laufende dritte Quartal zeigt sich das Management weiterhin optimistisch. Die Prognose für das EPS wurde auf eine Spanne zwischen 3,16 USD und 3,56 USD festgesetzt. Diese Zuversicht speist sich vor allem aus der ungebrochenen Nachfrage nach spezialisierten Anlagen, die für die Produktion von Chips im Bereich der Künstlichen Intelligenz benötigt werden. Die fortschreitende Migration hin zu komplexeren Chipstrukturen spielt dem Ausrüster dabei in die Karten, da seine Technologien für die Fertigung dieser Next-Gen-Hardware essenziell sind.
Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial
Die Experten der Wall Street bewerten die Aussichten für das Papier mehrheitlich positiv. Die Analysten von Jefferies bekräftigten ihre Kaufempfehlung und setzten ein Kursziel von 770 USD fest. Sie begründen dies mit der robusten Auftragslage und der führenden Rolle des Unternehmens im Ökosystem der Halbleiterfertigung.
Ähnlich optimistisch äußert sich das Analysehaus Cantor Fitzgerald, das die Aktie mit „Overweight“ einstuft und ein Kursziel von 850 USD ausgibt. Trotz einer gewissen Volatilität im Sektor bleibe die fundamentale Wachstumsgeschichte intakt. Im Marktdurchschnitt ergibt sich für die Aktie ein Konsenskursziel von 599,19 USD, was auf ein signifikantes Steigerungspotenzial hindeutet.
Institutionelle Umschichtungen und Dividende
Auf der Ebene der Großinvestoren gab es zuletzt Bewegung. Während Argent Capital Management seine Position im ersten Quartal um rund die Hälfte reduzierte, stiegen andere Adressen neu ein oder stockten ihre Anteile massiv auf. Insgesamt befinden sich weiterhin rund 80,56 Prozent der Anteile in der Hand institutioneller Anleger. Parallel dazu gab es in den vergangenen 90 Tagen nennenswerte Insiderverkäufe durch Mitglieder der Geschäftsführung, was am Markt jedoch oft als routinemäßige Gewinnmitnahme gewertet wird.
Für einkommensfokussierte Anleger bleibt der Wert zudem durch seine Ausschüttungspolitik interessant. Das Unternehmen bestätigte eine Quartalsdividende von 0,53 USD je Aktie. Als Ex-Tag für die kommende Auszahlung wurde der 20. August festgelegt, die Gutschrift auf den Konten der Aktionäre soll am 10. September erfolgen.
Im gestrigen Handel an der Börse zeigte sich das Papier gut erholt und schloss bei 447,60 Euro, was einem Tagesplus von 2,91 Prozent entspricht. Damit setzt die Aktie ihren beeindruckenden Lauf fort und weist seit Jahresbeginn ein Plus von 99,55 Prozent auf.
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