Der Rechenzentrumsbetreiber Applied Digital hat mit seinen Zahlen zum vierten Geschäftsquartal für Aufsehen gesorgt. Die Aktie sprang im nachbörslichen Handel um mehr als 6 Prozent, nachdem das Unternehmen die Erwartungen der Wall Street klar übertroffen hatte.
Der Umsatz explodierte förmlich und legte im Vorjahresvergleich um 407 Prozent auf 258,7 Millionen Dollar zu. Statt des von Analysten erwarteten Verlusts verbuchte das Unternehmen einen bereinigten Gewinn von 0,04 Dollar je Aktie. Damit untermauert der Betreiber seine Ambition, zu den führenden Adressen für KI-Infrastruktur zu zählen.
Vertragsvolumen von 36 Milliarden Dollar
Das eigentliche Highlight steckt in den langfristigen Verträgen. Applied Digital hat im Berichtszeitraum Mietverträge für fünf Standorte abgeschlossen und dadurch ein gesamtes vertraglich gesichertes Mietvolumen von 36 Milliarden Dollar aufgebaut, allein rund 20 Milliarden davon im letzten Quartal. Das entspricht einer vertraglich zugesicherten IT-Leistung von 1,41 Gigawatt. Drei neue Standorte wurden mit demselben bonitätsstarken Großkunden aus dem Hyperscaler-Umfeld vereinbart, also einem der ganz großen Cloud-Anbieter. Vorstandschef Wesley Cummins sprach von einem Quartal, das ein transformatives Jahr krönt.
Profitabilitätsziel drei Jahre früher
Bemerkenswert ist die angehobene Zeitplanung bei der Profitabilität. Ursprünglich wollte das Unternehmen ein Netto-Betriebsergebnis von einer Milliarde Dollar binnen fünf Jahren erreichen. Nun rechnet Cummins damit, diese Marke bereits in einem Jahr zu erzielen, also rund drei Jahre früher als geplant. Zugleich arbeitet Applied Digital an günstigeren Finanzierungskosten. Die jüngste Anleihe über 1,5 Milliarden Dollar wurde zu 7 Prozent platziert, deutlich unter den 9,25 Prozent der ersten Emission. Für das kommende Quartal stellte der Finanzvorstand Investitionen von rund 600 Millionen Dollar in Aussicht.
Applied Digital Aktie Chart
Stromversorgung als größter Engpass
Trotz der beeindruckenden Dynamik bleiben Fragezeichen. Als größte Engpässe nannte das Management die Verfügbarkeit von Strom sowie die Lieferketten, hinzu kommt der angespannte Arbeitsmarkt. Analysten hinterfragten kritisch die Renditen der jüngsten Verträge und verwiesen auf eine insgesamt vorsichtigere Stimmung gegenüber dem KI-Zyklus. Auch die hohe Verschuldung, die zur Finanzierung des rasanten Ausbaus nötig ist, sollten Anleger im Auge behalten.
Für risikobereite Investoren bleibt Applied Digital eine spannende Wette auf den weiteren Ausbau der KI-Infrastruktur. Das enorme Auftragsvolumen und die beschleunigte Aussicht auf Profitabilität sprechen für die Wachstumsstory. Wer einsteigt, muss sich allerdings der Abhängigkeit von wenigen Großkunden und der zyklischen Natur des KI-Booms bewusst sein.
Applied Digital-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Applied Digital-Analyse vom 28. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Applied Digital-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Applied Digital-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
