Applied Digital-Aktie: Jetzt wird es günstiger!

Applied Digital verzeichnet starkes Umsatzwachstum im HPC-Segment und profitiert von einer neuen Refinanzierungsoption, die jährlich Millionen an Zinskosten sparen könnte.

Auf einen Blick:
  • HPC-Hosting-Segment erzielte im ersten vollen Quartal eine operative Marge von 24,7%
  • CoreWeave-Leasingverträge auf Investment-Grade-SPV übertragen, inklusive 50-Millionen-Dollar-Kreditbrief
  • Deadline 18. April für Delta-Forge-1-Leasingabschluss als kurzfristiger Katalysator

Applied Digital hat im dritten Fiskalquartal gezeigt, was in seinem HPC-Hosting-Segment steckt. Der Umsatz kletterte um 139% auf 126,6 Millionen Dollar, getrieben vom ersten vollen Quartal an Leasingeinnahmen aus dem 100-MW-Gebäude auf dem Polaris-Forge-1-Campus in Ellendale, North Dakota. Das Segment erzielte dabei eine operative Marge von 24,7%. Für ein erstes volles Quartal ist das bemerkenswert.

Unter der Oberfläche sieht es komplizierter aus

Der GAAP-Nettoverlust belief sich auf 100,9 Millionen Dollar, verglichen mit 36 Millionen im Vorjahr. Ein wesentlicher Grund dafür ist eine einmalige, nicht zahlungswirksame Abschreibung von 59,7 Millionen Dollar auf das Cloud-Services-Geschäft, das nicht mehr als „zur Veräußerung gehalten“ eingestuft wird, denn die geplante Rückwärtsfusion mit Ekso Bionics verzögert sich auf das vierte Fiskalquartal. Dazu kamen die Gemeinkosten, die sich auf 79,7 Millionen Dollar mehr als verdreifacht haben, hauptsächlich wegen eines Anstiegs der aktienbasierten Vergütung um 39,3 Millionen Dollar. Bereinigt um das Cloud-Segment sieht die Rechnung deutlich freundlicher aus: Das bereinigte EBITDA stieg um 605% auf 44,1 Millionen Dollar, die Marge kletterte von 17,8% auf 40,7%.

Applied Digital Corporation Aktie Chart

CoreWeave zahlt jetzt aus einer anderen Tasche

Die eigentlich spannende Entwicklung der vergangenen Woche spielte sich abseits der Quartalszahlen ab. CoreWeave schloss ein 8,5 Milliarden Dollar schweres Kreditpaket ab, das von Moody’s mit A3 bewertet wurde. Im Zuge dessen wurden zwei der drei bestehenden Leasingverträge mit Applied Digital auf eine Investment-Grade-bewertete Zweckgesellschaft übertragen.

Was das konkret bedeutet: Applied Digital kann seine hochverzinslichen 2,35-Milliarden-Dollar-Anleihen aus dem November, die einen effektiven Zinssatz von rund 10,15% tragen, zu deutlich günstigeren Konditionen refinanzieren. Zum Vergleich: Die im März begebenen 2,15-Milliarden-Dollar-Anleihen für den Polaris-Forge-2-Campus, dessen Mieter Oracle ist, kamen auf einen effektiven Zinssatz von rund 7,30%. Oracle hält ein Investment-Grade-Rating, CoreWeave bislang nicht. Nun ist zumindest die Zweckgesellschaft Investment-Grade.

Die jährliche Zinsersparnis aus einer Refinanzierung beziffert ein Analyst auf rund 52,9 Millionen Dollar. Dazu erhielt Applied Digital eine Garantie auf Muttergesellschaftsebene sowie einen Kreditbrief über 50 Millionen Dollar.

Der 18. April könnte ein wichtiges Datum werden

Applied Digital hat im Januar mit dem Bau von Delta Forge 1 begonnen mit einer geplanten IT-Last von 300 MW. Für diesen Campus läuft eine Entwicklungsfinanzierung über 100 Millionen Dollar mit Macquarie, die sich beschleunigt fällig stellt, sollte bis zum 18. April kein Leasingvertrag mit einem Investment-Grade-Hyperscaler unterzeichnet sein. Bislang hat das Unternehmen 87,1 Millionen Dollar unter dieser Fazilität abgerufen. Ein Abschluss bis zu diesem Datum gilt als wahrscheinlich, zumal das Management von fortgeschrittenen Gesprächen mit einem Hyperscaler berichtet, der auch Interesse an zwei weiteren Standorten gezeigt hat.

Risiken bleiben: Ein Scheitern beim Delta-Forge-1-Abschluss vor dem 18. April, Bauverzögerungen, die das Oracle-Leasing gefährden könnten, oder eine anhaltend hohe aktienbasierte Vergütung, die zuletzt 27% des Jahresumsatzes ausmachte. Wer das alles einpreist, kommt auf eine Geschichte, die noch nicht zu Ende erzählt ist. Aber das erste Kapitel hat sich gelesen wie ein Versprechen.

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