Die Papiere von Applied Digital geraten am heutigen Dienstag unter Druck. Der Kurs verliert 2,8 Prozent auf 20,28 Euro. Hintergrund der Schwäche ist ein trübes Branchenumfeld bei Ausrüstern künstlicher Intelligenz. Reuters berichtete über breite Verkäufe bei Chipwerten und Rechenzentrumsbetreibern. Auslöser seien Sorgen, dass steigende Zinsen die hohen Ausgaben für KI-Infrastruktur künftig belasten könnten.
Die Zurückhaltung der Anleger trifft den Titel nach einer ohnehin schwächeren Phase. Mit dem aktuellen Niveau notiert die Aktie 53 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
Zuversicht bei großen Analysehäusern
Ungeachtet der Marktschwäche passten Analysten ihre Bewertungen nach oben an. Wells Fargo hob am 8. Oktober das Kursziel für Applied Digital von $50 auf $55 an. Das Institut behielt seine Einstufung mit Overweight bei.
Morgan Stanley reagierte am 9. Oktober ebenfalls mit einer Anhebung. Das Kursziel stieg von $37.50 auf $41 bei unverändertem Equal Weight. Zur Begründung verwies das Haus auf eine Neubewertung der Pipeline-Standorte vor dem Hintergrund der Lage am KI-Kreditmarkt.
Diese Einschätzungen unterstreichen das Vertrauen in die langfristige Nachfrage nach Rechenzentrumskapazitäten. Gleichzeitig spiegelt die verhaltenere Einstufung die Unsicherheit über die Finanzierungsbedingungen der Branche wider.
Umsatzsprung trifft auf Nettoverlust
Auf Unternehmensseite stehen weiterhin die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal 2027 im Blick. Der Konzern meldete am 7. Oktober für die Periode bis Ende August einen Umsatz von $341.9 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Zuwachs von 322 Prozent. Dem stand jedoch ein Nettoverlust der Stammaktionäre von $221.0 Millionen gegenüber.
Das bereinigte EBITDA lag im Berichtszeitraum bei $64.4 Millionen. Die Bilanz wies zum Stichtag liquide Mittel und zweckgebundene Barmittel von $3.7 Milliarden aus. Dem stand eine Gesamtverschuldung von $6.4 Milliarden gegenüber.
Der Aufbau moderner Standorte erfordert weiterhin enorme Vorabinvestitionen. Vor allem die Bereitstellung ausreichender Strommengen bindet erhebliche Mittel.
Ausbau der Kapazitäten schreitet voran
Operativ setzt das Unternehmen seine Ausbaupläne zügig um. Anfang Oktober gingen am Standort Polaris Forge 1 weitere 75 Megawatt ans Netz. Damit erreichte die voll betriebsbereite kritische IT-Last an dem Campus 250 Megawatt. Bis zum vollständigen Ausbau sind dort 400 Megawatt vertraglich vereinbart.
Zusätzlich sicherte sich Applied Digital den Zugriff auf künftige Energiequellen. Neben einem langfristigen Stromabnahmevertrag in North Dakota meldete der Konzern am 6. Oktober eine Vereinbarung über bis zu 1 Gigawatt Stromkapazität in Finnland. Dies markiert die erste Entwicklungsinitiative des Unternehmens außerhalb der Vereinigten Staaten.
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