Applied Digital sammelt Milliarden an vertraglich fixierten Umsätzen ein. Trotzdem hat die Aktie in den vergangenen 30 Tagen fast ein Drittel ihres Werts verloren. Genau in dieser Phase baut HSBC Holdings seine Position aus — ein Signal, das viele Anleger aufhorchen lässt.
Laut aktuellen Meldepflichten hat die britische Großbank ihren Anteil um 6,2 Prozent erhöht. HSBC hält nun 1.240.239 Aktien des KI-Infrastrukturanbieters. Institutionelle Investoren kontrollieren mittlerweile rund 65,67 Prozent aller ausstehenden Anteile.
Die Aktie notiert aktuell bei 26,18 Euro, ein Minus von 0,30 Prozent zum Vortag. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 20,65 Prozent zu Buche. Der große Kurseinbruch der letzten Wochen drückt die Aktie inzwischen 23,67 Prozent unter ihren 50-Tage-Durchschnitt von 34,30 Euro.
Neue Kapazitäten am Standort Polaris Forge 1
Applied Digital hat einen wichtigen Baustein seiner Wachstumsstrategie termingerecht fertiggestellt. Die erste Bauphase des zweiten Gebäudes am Standort Polaris Forge 1 ist abgeschlossen. Sie bringt 75 zusätzliche Megawatt Kapazität — der Standort kommt damit auf insgesamt 175 Megawatt.
Das Unternehmen folgt seinem „AI Factory“-Modell. Im Kern geht es um spezialisierte Rechenzentren für besonders stromintensive KI-Workloads. Erst kürzlich hat Applied Digital die Marke von einem Gigawatt an vertraglich gesicherter Gesamtkapazität über alle Standorte hinweg überschritten.
36 Milliarden Dollar Auftragsbestand als Rückhalt
Der eigentliche Grund für das Interesse institutioneller Investoren dürfte im Auftragsbuch liegen. Applied Digital verweist auf rund 36 Milliarden Dollar an vertraglich fixierten Leasing-Einnahmen aus seinen Rechenzentren. Diese langfristigen Verträge mit großen Hyperscale-Kunden verschaffen dem Unternehmen eine ungewöhnlich hohe Planungssicherheit bei künftigen Cashflows.
Genau dieser Wert lockt offenbar Hedgefonds und institutionelle Anleger an. Das Wachstum kostet allerdings viel Geld. Erst kürzlich hat Applied Digital eine besicherte Anleihe über 1,59 Milliarden Dollar platziert, um das vierte Gebäude am Standort Polaris Forge 1 zu finanzieren.
Ausblick: Quartalszahlen Ende Juli
Charttechnisch zeigt die Aktie erste Stabilisierungsversuche nach heftigem Verkaufsdruck. Der Relative-Stärke-Index war zuletzt bis auf rund 26 gefallen — ein klares Überverkauft-Signal, das sowohl Privatanleger als auch Institutionelle zum Einstieg bewogen haben dürfte.
Der Blick der Anleger richtet sich nun auf die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal und das Gesamtjahr 2026, die Ende Juli erwartet werden. Im Fokus steht dabei die Verschuldung: Das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital liegt derzeit bei 1,65. Analysten rechnen für das Quartal noch mit einem Verlust, richten den Blick aber vor allem auf das Umsatzwachstum und das Tempo beim Ausbau neuer Standorte wie Delta Forge 2.
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