Applied Digital verliert massiv an Boden. Innerhalb eines Monats sackte der Kurs um fast ein Drittel ab. Anleger fürchten nun die finanziellen Risiken der ehrgeizigen Ausbaupläne für KI-Rechenzentren.
Klumpenrisiko bei den Kunden
Die hohe Kundenkonzentration belastet die Stimmung. Rund 86 Prozent des künftigen Umsatzes hängen von nur zwei Partnern ab. Allein ein Hyperscale-Kunde steht für fast 20 Milliarden Dollar der langfristigen Leasingeinnahmen.
Diese enorme Abhängigkeit erhöht das Risiko für neue Standorte. Applied Digital will bis 2028 mehrere Campus-Projekte fertigstellen. Falls ein Großkunde seine Strategie ändert, geraten die geplanten Cashflows sofort unter Druck.
CEO-Aktien als Kreditsicherheit
Parallel dazu sorgt ein privates Finanzgeschäft von CEO Wesley Cummins für Unruhe. Er hat über 17 Millionen Aktien als Sicherheit für einen Margin-Kredit hinterlegt. Das entspricht etwa 7,6 Prozent der Firmenanteile.
Solche Vereinbarungen gelten bei fallenden Kursen als gefährlich. Die finanzierende Bank könnte bei weiteren Verlusten Anteile zwangsweise liquidieren. Die Folge: noch mehr Verkaufsdruck für die ohnehin volatile Aktie.
Hohes Wachstum, tiefe Verluste
Operativ wächst das Unternehmen zwar schnell. Der Umsatz kletterte zuletzt um 139 Prozent auf 126,6 Millionen Dollar. Allerdings übersteigen die massiven Baukosten für neue Rechenzentren die Einnahmen deutlich.
Unter dem Strich stehen weiterhin Verluste. Hinzu kommt eine Nettoverschuldung von 1,1 Milliarden Dollar, die schwer auf der Bilanz lastet. Um Projekte zu finanzieren, nutzt das Management komplexe Strukturen wie Vorzugsaktien.
Die Aktie steht aktuell bei 25,26 Euro. Mit einem RSI von 30,2 ist das Papier technisch überverkauft. Die kurzfristige Entwicklung hängt nun von der stabilen Finanzierung der nächsten Ausbaustufen ab.
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