Applied Digital hat nach einer starken Rally einen spürbaren Rückschlag erlebt. Die Aktie fiel am Montag zweistellig und gab damit einen Teil der vorherigen Gewinne wieder ab. Der Kurs reagiert damit auf mehr als nur Gewinnmitnahmen. Auch der Druck aus dem Umfeld für High-Performance-Computing und Krypto-Werten nimmt zu.
Rücksetzer nach starker Rally
Am Handelstag verlor die Aktie 11,37 Prozent und schloss bei 37,72 Dollar. Vom 52-Wochen-Hoch bei 47,79 Dollar ist sie damit deutlich abgerückt. Auf Zwölfmonatssicht bleibt die Performance trotzdem außergewöhnlich stark. Der Titel hatte zuvor mehr als 460 Prozent zugelegt.
Der Abverkauf passt zu dem Muster, das viele Anleger bei stark gelaufenen Wachstumswerten kennen. Sobald die Stimmung kippt, greifen kurzfristige Investoren oft schneller zum Verkauf. Bei Applied Digital kommt hinzu, dass der Kurs stark mit dem Kryptomarkt mitläuft.
Bitcoin fiel unter die Marke von 80.000 Dollar. Das setzte auch Werte aus dem digitalen Infrastruktur- und Rechenzentrumsumfeld unter Druck. Die Aktie reagiert wegen ihres hohen Betas besonders heftig auf solche Bewegungen.
Viel Leerverkauf, viel Nervosität
Die Volatilität wird durch die hohe Short-Position weiter verstärkt. Rund 79,17 Millionen Aktien sind leerverkauft. Das entspricht etwa 30,79 Prozent des frei handelbaren Streubesitzes.
Solch eine Quote macht den Titel anfällig für abrupte Bewegungen. Kommen positive Nachrichten, kann ein Short Squeeze den Kurs schnell nach oben treiben. Bleibt die Stimmung dagegen schwach, verstärken Leerverkäufe den Druck nach unten.
Auch am Optionsmarkt ist mehr Vorsicht zu sehen. Das Put/Call-Verhältnis stieg zuletzt auf 0,61, nach 0,41 zuvor. Die implizite Volatilität liegt bei rund 102,29 Prozent. Das signalisiert: Der Markt rechnet weiter mit heftigen Schwankungen.
Ausbau läuft weiter
Operativ arbeitet das Unternehmen an seiner Infrastrukturstrategie. Für den Ausbau des Polaris-Forge-1-Campus in North Dakota sicherte sich Applied Digital eine besicherte Überbrückungsfinanzierung über 300 Millionen Dollar. Der Kredit läuft über 364 Tage und ist an den SOFR plus 275 Basispunkte gekoppelt.
Parallel dazu hat der Konzern die Abspaltung von ChronoScale Anfang Mai abgeschlossen. Das Cloud-Geschäft läuft nun als eigenständige Einheit. Mit der Transaktion flossen auch rund 300 Millionen Dollar an Finanzierung zu.
Die neuen Strukturen und Leasingverträge mit Hyperscalern stützen die langfristige Fantasie. Kurzfristig zählt für den Markt aber etwas anderes: Wann schlägt der Ausbau in belastbaren Cashflow um?
Blick auf die nächsten Daten
Die nächste Ergebnisvorlage ist für Juli 2026 angekündigt. Dann dürfte sich zeigen, ob die hohen Investitionen und die neue Struktur die Profitabilität verbessern. Bis dahin bleibt die Aktie zwischen Unterstützung bei 32,50 Dollar und Widerstand bei 38,50 Dollar anfällig für schnelle Richtungswechsel.
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