Während Amazon, Meta und Microsoft im laufenden Jahr gegenüber dem breiten Markt zurückfallen, gehört Apple zu den wenigen „Magnificent Seven“-Werten, die den S&P 500 tatsächlich schlagen.
Ein bekannter US-Marktkommentator riet seinen Zuschauern diese Woche, die Gruppe der einstigen Marktführer neu zu bewerten — Apple nannte er dabei explizit als Ausnahme von der Regel der Underperformer. Die Aktie handelt aktuell nahe ihres 52-Wochen-Hochs von 344,57 US-Dollar und bringt es auf eine Jahresperformance von rund 37 Prozent.
Auch jenseits der großen Marktdebatte bleibt Apple in dieser Woche gleich in mehrfacher Hinsicht im Gespräch — juristisch, politisch und produktseitig.
Klage in London, Kritik aus Brüssel
Im Zentrum steht eine Klage vor dem Londoner Competition Appeal Tribunal in Höhe von umgerechnet rund 2,7 Milliarden Dollar. App-Entwickler werfen Apple vor, die eigene App Tracking Transparency-Funktion so gestaltet zu haben, dass sie Drittanbieter strenger reguliert als Apples eigene Dienste — ein Vorteil für das konzerneigene Werbegeschäft.
Die Klage folgt auf jahrelange Prüfungen in Deutschland, Frankreich, Italien und Polen; in Deutschland hatte Apple erst im August Änderungen an den Datenschutz-Regeln für Werbetracking zugestimmt.
Parallel dazu hat die EU-Kommission ihre Kartellrichtlinien überarbeitet und lässt künftig Ausnahmen für nachhaltige Geschäftspraktiken zu — ein Regelwerk, unter dem Apple in der Vergangenheit bereits empfindliche Bußgelder kassiert hat. Eine Gruppe von 28 Ökonomen kritisierte die neuen Leitlinien öffentlich als zu vage und leicht ausnutzbar für dominante Konzerne.
Politische Insider kaufen und verkaufen
Interessant wird der Blick auf Depotbewegungen einzelner US-Kongressabgeordneter. Während ein Abgeordneter aus Louisiana Mitte August Apple-Aktien im niedrigen fünfstelligen Bereich zukaufte, verkaufte ein Kollege aus Virginia zeitgleich einen Teil seiner Apple-Position — und erwarb stattdessen Nvidia-Titel.
Beide Transaktionen bewegen sich im Rahmen der üblichen Meldepflichten und liefern keine eindeutige Richtung, zeigen aber, wie unterschiedlich selbst gut informierte Marktteilnehmer die Aktie aktuell einschätzen.
Auf der Produktseite bleibt der Blick auf den 9. September gerichtet. Dann stellt Apple im Rahmen seiner Keynote unter dem Motto „Surprise and Shine“ voraussichtlich das iPhone 18 Pro und Pro Max vor. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob die juristischen Fronten in London und Brüssel das operative Geschäft tatsächlich belasten — oder ob der Markt, wie von Kritikern der Mag-Seven-Rally angedeutet, längst über solche Nachrichten hinwegsieht.
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