Drei Wochen nach dem Stabwechsel an der Führungsspitze hat der neue Apple-Chef John Ternus die strategischen Leitlinien für den Konzern abgesteckt. In seinem ersten ausführlichen Fernsehinterview stellte der Nachfolger von Tim Cook klar, dass trotz neuer Produktkategorien und des Vormarsches künstlicher Intelligenz kein abrupter Kurswechsel ansteht.
Klare Abgrenzung bei künstlicher Intelligenz
Ternus, der nach 25 Jahren im Hardware-Bereich am 1. September das Amt des Vorstandsvorsitzenden antrat, sprach im französischen Sender Canal+ über die Prioritäten seiner Amtszeit.
Künstliche Intelligenz sei für das Unternehmen ein leistungsfähiges Werkzeug und kein Ersatz für zwischenmenschliche Bindungen. Damit knüpft Ternus nahtlos an die bisherige Linie des Managements an. Tim Cook, der den Konzern 15 Jahre lang führte, begleitet den Übergang als Executive Chairman im Verwaltungsrat.
Vor rund zwei Wochen hatte Apple mit dem iPhone Duo sein erstes faltbares Smartphone sowie die Modellreihe iPhone 18 Pro präsentiert. Ternus betonte in dem Gespräch die erheblichen konstruktiven Hürden bei Mechanik, Display und Energieversorgung, die für das neue Format gelöst werden mussten.
Pläne für neue Wearables und Zahlungsdienste
Hinter den Kulissen bereitet das Unternehmen bereits weitere Schritte vor. Laut einem Bericht von Bloomberg prüft Apple in einer frühen Prototypenphase ein bildschirmloses Fitness-Armband. Das Projekt läuft intern als Technologieuntersuchung und zielt auf den Markt für reine Gesundheitssensoren, auf dem Anbieter wie Whoop und Oura aktiv sind. Mit einer Markteinführung des Geräts sei jedoch frühestens 2028 zu rechnen.
Zudem treibt der Konzern den Ausbau seiner Dienstleistungen voran. Medienberichten von gestern zufolge steht der Start des Bezahldienstes Apple Pay in Indien kurz bevor. Geplant sei der Rollout für Oktober, wobei zunächst Kreditkarten der Axis Bank angebunden werden sollen. Verhandlungen mit weiteren Finanzinstituten des Landes dauern nach Angaben eingeweihter Kreise an.
Hohe Bewertung fordert Bestätigung
An der Börse wird der Führungswechsel bislang positiv aufgenommen. Der Schlusskurs lag gestern bei 296,75 Euro, was einem moderaten Tagesplus von 0,3 Prozent entspricht. Damit notiert das Papier nur 1,7 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
An der Wall Street bleibt die Zuversicht überwiegend groß. Die Analysten der Bank of America trauen der Aktie mit einem Kursziel von 370 US-Dollar weitere Zuwächse zu. Auch Evercore ISI positioniert sich mit einem Ziel von 380 US-Dollar optimistisch. Skeptischere Beobachter mahnen angesichts des Bewertungsniveaus jedoch zur Vorsicht, da die kommenden Monate den Beweis liefern müssen, ob die neuen Produktzyklen die hohen Markterwartungen erfüllen.
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