Apple Aktie: Ternus löst Cook ab

John Ternus folgt bei Apple auf Tim Cook. Neue Hardware, EU-Vorgaben, Steuerzahlungen und KI-Pläne prägen den Start des künftigen CEO.

Auf einen Blick:
  • John Ternus folgt morgen auf Tim Cook
  • Neues iPhone-Event für 9. September angesetzt
  • Apple passt EU-App-Gebühren ab Oktober an
  • Bank of America bestätigt Kaufempfehlung

An der Spitze des wertvollsten Technologiekonzerns der Welt steht ein bedeutender Umbruch unmittelbar bevor. Am morgigen Dienstag übernimmt John Ternus offiziell den Posten des CEO und tritt damit die Nachfolge von Tim Cook an. Der Führungswechsel fällt in eine Phase intensiver Produktankündigungen und weitreichender strategischer Weichenstellungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz sowie regulatorischer Anpassungen in Europa.

iPhone-Event und neue Hardware-Generation

Bereits am 9. September wird der neue Konzernchef vor die Öffentlichkeit treten. Wie Reuters berichtet, hat Apple diesen Termin für das nächste große iPhone-Event festgesetzt.

Marktbeobachter erwarten neben der neuesten Smartphone-Generation die mögliche Präsentation des ersten faltbaren Telefons des Unternehmens. Das Ereignis gilt als erster Härtetest für Ternus, der laut Analysten für eine Phase mit potenziell höherer Investitionsbereitschaft und Risikofreude stehen könnte.

Parallel dazu hat das Unternehmen am vergangenen Dienstag sein Computer-Portfolio aktualisiert. Ein neuer, beschleunigter Mac mini sowie ein überarbeitetes Mac Studio wurden vorgestellt. Der Mac mini startet preislich bei 899 US-Dollar, während das Mac Studio in der Ausführung mit dem M5 Max Chip für 2.499 US-Dollar und mit dem M5 Ultra für 5.499 US-Dollar angeboten wird.

Diese Systeme sind laut Unternehmensangaben gezielt für KI-Arbeitslasten und das Hosting von Remote-KI-Agenten konzipiert. In China bereitet Apple zudem den Start von „Apple Intelligence“ vor. Medienberichten zufolge wurde dort in Zusammenarbeit mit Alibaba ein spezifisches Sprachmodell entwickelt, um die regionalen Anforderungen zu erfüllen.

Regulatorischer Druck und finanzielle Transparenz

In Europa sieht sich Apple weiterhin mit strengen Auflagen konfrontiert. Das Unternehmen gab bekannt, zum 1. Oktober die Gebührenstruktur für alternative App-Stores in der EU anzupassen. Für digitale Transaktionen in Apps, die außerhalb des offiziellen App Stores vertrieben werden, fällt künftig eine Kommission von 5 Prozent an.

Innerhalb des App Stores werden bei Nutzung alternativer Zahlungsmethoden 20 Prozent fällig. Auch in Deutschland gab es eine Einigung: Nach einer mehrjährigen Untersuchung des Bundeskartellamts wird Apple die Regeln zur Dateneinwilligung für personalisierte Werbung auf iPhones und iPads ändern. Diese Verpflichtung gilt für sieben Jahre und muss innerhalb der kommenden vier Monate umgesetzt werden.

Finanziell gewährte der Konzern am Freitag vor einer Woche seltene Einblicke in seine Steuerlast. Apple zahlte im vergangenen Jahr 17,1 Milliarden US-Dollar an Steuern in Irland, was rund 40 Prozent der weltweiten Steuerzahlungen des Unternehmens entspricht. Für das im September 2025 endende Geschäftsjahr bezifferte der Konzern die globalen Ertragssteuern auf insgesamt 43,2 Milliarden US-Dollar.

Analysteneinschätzungen und Marktlage

Die Analysten der Bank of America bekräftigten am 20. August ihre Kaufempfehlung für die Aktie und halten an einem Kursziel von 380 US-Dollar fest. Sie begründen dies mit der Erwartung, dass unter der Führung von John Ternus die Innovationsgeschwindigkeit zunehmen könnte.

Juristisch muss sich das Unternehmen hingegen gegen Vorwürfe wehren: In einem Verfahren vor einem Bundesgericht in Chicago wird Apple vorgeworfen, menschliche Stimmen ohne Erlaubnis für das Training von KI-Systemen genutzt zu haben. Die Rechtsvertreter des Unternehmens wiesen diese Anschuldigungen am Donnerstag vor einer Woche in einer gerichtlichen Stellungnahme zurück.

An der Börse zeigt sich die Aktie von den operativen Neuerungen solide. Das Papier notiert aktuell bei 275,40 € und verzeichnet seit Jahresbeginn ein Plus von 19 %. Trotz der jüngsten Aufwärtsbewegung verbleibt ein Abstand zum 52-Wochen-Hoch von minus 8,7 %, das Ende Juli bei 301,80 € markiert wurde. Die Marktkapitalisierung beläuft sich derzeit auf umgerechnet rund 4.027,04 Milliarden €.

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