Apple Aktie: Stark trotz Speicherkrise

Apple erreicht trotz schwachem Smartphone-Markt einen Rekord-Marktanteil von 20 Prozent. Analysten diskutieren die hohe Aktienbewertung.

Auf einen Blick:
  • Globaler Smartphone-Markt bricht ein
  • Apple erreicht Rekord-Marktanteil von 20%
  • Stabile Preise als Trumpf gegen Speicherkrise
  • Analysten uneins über Aktienbewertung

Der globale Smartphone-Markt erlebt seinen schwächsten Moment seit 13 Jahren – und mittendrin baut Apple seinen Marktanteil auf ein Rekordhoch aus. Die Aktie selbst kletterte zuletzt auf ein neues Allzeithoch, was unter Analysten für Diskussionsstoff sorgt: Ist die Bewertung noch gerechtfertigt, oder wird hier eine Blase aufgepumpt?

Rekordanteil in schwierigem Marktumfeld

Der weltweite Smartphone-Absatz brach im zweiten Quartal um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Apple bewegte sich gegen den Trend: Die iPhone-Auslieferungen legten um 3 Prozent zu, der globale Marktanteil stieg auf ein Rekordhoch von 20 Prozent. Auch Google gewann mit den Pixel-Modellen Marktanteile, während viele Android-Hersteller unter der Schwäche litten.

In China, dem größten und umkämpftesten Smartphone-Markt, schrumpften die Auslieferungen im fünften Quartal in Folge um 4,3 Prozent auf rund 66 Millionen Geräte. Apple gehörte dort neben Huawei zu den einzigen Gewinnern: Die iPhone-Verkäufe legten um rund ein Viertel zu, der Marktanteil kletterte von 13,9 auf 18,1 Prozent. Der Grund liegt vor allem in der Preisstrategie. Während viele Wettbewerber wegen explodierender Speicherchip-Kosten die Preise anhoben, hielten Apple und Huawei ihre Preise stabil – ein Vorteil, der laut Marktforschern zögernde Käufer zum Zugreifen bewegte.

Die Speicherkrise selbst bleibt hartnäckig. DRAM- und NAND-Preise sind binnen eines Jahres um teils 300 Prozent gestiegen, weil Speicherhersteller ihre Kapazitäten zunehmend auf margenstärkere KI-Server verlagern. Branchenbeobachter erwarten frühestens 2028 eine spürbare Entspannung.

Bewertung sorgt für Diskussionen

Der Erfolg im Absatzgeschäft schlägt sich nicht eins zu eins im Analystenbild nieder. Evercore ISI bestätigte nach der jüngsten Klage gegen OpenAI seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 365 Dollar, Monness Crespi Hardt sieht die Aktie bei 335 Dollar als Kauf. KeyBanc dagegen stufte Apple wegen sinkender iPhone-Produktionszahlen und veränderter Subventionsmodelle auf Untergewichten herab, mit einem Kursziel von nur 250 Dollar. Die Spanne zeigt: Der Markt ist sich über Apples nächste Phase alles andere als einig.

Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgt die Klage gegen OpenAI. Apple wirft dem Unternehmen, der Tochterfirma io Products und zwei ehemaligen Apple-Mitarbeitern den Missbrauch von Geschäftsgeheimnissen vor – darunter der frühere Apple-Produktdesign-Chef Tang Tan, der inzwischen als Chief Hardware Officer bei OpenAI arbeitet. Mehr als 400 frühere Apple-Angestellte sollen inzwischen für OpenAI tätig sein, das laut Berichten noch in diesem Jahr sein erstes Hardware-Produkt vorstellen will.

Parallel dazu treibt Apple seine KI-Strategie fürs iPhone voran. Das Unternehmen befindet sich in frühen Gesprächen mit dem Caltech-Spinoff PrismML, das große Sprachmodelle so verkleinert, dass sie direkt auf dem Smartphone laufen sollen – ein möglicher Baustein für die überarbeitete Siri, deren öffentliche Beta unter iOS 27 gerade gestartet ist.

Am 30. Juli legt Apple die Zahlen zum dritten Fiskalquartal 2026 vor. Es wird die letzte Bilanzvorlage von Tim Cook als CEO sein, bevor John Ternus die Führung übernimmt – ein Termin, der zeigen dürfte, ob sich der Marktanteilsgewinn auch in den Margen niederschlägt.

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