Während die großen Tech-Konzerne Milliarden in eigene Rechenzentren pumpen, hat sich Apple bewusst zurückgehalten – und wird dafür an der Börse jetzt belohnt. Die Wall Street bewertet den iPhone-Hersteller inzwischen höher als jeden anderen Konzern der Welt. Ausgerechnet das Unternehmen, dem lange ein KI-Rückstand vorgeworfen wurde, profitiert von der wachsenden Skepsis gegenüber den Ausgabenprogrammen der Konkurrenz.
Kurzer Ausflug über die Fünf-Billionen-Marke
Am Dienstag kletterte die Apple-Aktie zeitweise auf ein Rekordhoch von 342,89 Dollar. Zu diesem Kurs überschritt die Marktkapitalisierung erstmals die Schwelle von fünf Billionen Dollar. Zum Handelsschluss reichte es mit 340,08 Dollar knapp nicht mehr – nötig gewesen wären 340,43 Dollar, um die runde Marke zu halten.
Den Sprung an die Weltspitze hatte Apple bereits einen Tag zuvor geschafft, als die Aktie um gut ein Prozent zulegte und Nvidia als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen ablöste. Nvidia kommt nach den jüngsten Kursverlusten bei Halbleiterwerten nur noch auf rund 4,7 bis 4,8 Billionen Dollar Börsenwert – im Mai lag der Chipkonzern noch bei 5,7 Billionen, während Apple mit etwa 4,4 Billionen deutlich dahinter rangierte. Der Wind hat sich seitdem spürbar gedreht.
Zurückhaltung als Wettbewerbsvorteil
Der Kursverlauf des Jahres zeigt, wie unterschiedlich die Börse die beiden Rivalen inzwischen einschätzt. Die Apple-Aktie hat 2026 um rund ein Viertel zugelegt und ist damit der mit Abstand stärkste Wert unter den „Magnificent Seven“. Nvidia bringt es im gleichen Zeitraum nur auf ein einstelliges Plus.
Der Grund liegt in der veränderten Wahrnehmung der KI-Ausgaben. Wer kräftig in eigene Rechenzentren investiert, gilt an der Börse zunehmend als Risiko statt als Wachstumsversprechen. Apple hat auf eigene KI-Infrastruktur weitgehend verzichtet und mietet stattdessen Rechenkapazität und Technologie von Google für Dienste wie die überarbeitete Siri. Was noch vor einem Jahr als Schwäche galt, honorieren Investoren nun als kluge Kostendisziplin.
Neues Leasingmodell soll Nachfrage stützen
Parallel zur Rekordbewertung hat Apple ein neues Zahlungsmodell gestartet. Über die Plattform „Apple Upgrade“ können US-Kunden iPhones, Macs, iPads und Apple Watches leasen statt zu kaufen – finanziert über eine Partnerschaft mit dem Zahlungsdienstleister Klarna. Die monatlichen Raten beginnen bei unter 20 Dollar für ein iPhone, nach Ablauf der Laufzeit entscheiden Kunden zwischen Upgrade, Kauf oder Rückgabe des Geräts.
Das Programm kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Apple wegen eines globalen Speicherchip-Engpasses bereits die Preise für MacBooks und iPads angehoben hat. Die iPhone-Preise blieben dagegen bislang stabil – auch das dürfte die Nachfrage zusätzlich gestützt haben, bevor mögliche weitere Preiserhöhungen kommen.
Am Donnerstag legt Apple die Zahlen zum abgelaufenen Fiskalquartal vor, Analysten erwarten ein Umsatzplus von mehr als 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es ist zugleich die letzte Bilanzvorlage unter Tim Cook als Vorstandschef – zum 1. September übergibt er die Rolle an Hardware-Chef John Ternus.
Apple-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Apple-Analyse vom 29. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Apple-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Apple-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
