Das Analysehaus Rothschild & Co Redburn hat die Einstufung für Apple heute deutlich von „Neutral“ auf „Strong Buy“ angehoben und das Kursziel massiv von 260 auf 400 US-Dollar heraufgesetzt. Als Hauptgrund für diesen Optimismus gilt der erwartete Einstieg des Technologiekonzerns in das Segment der faltbaren Smartphones. Ein solches „iPhone Ultra“ könnte die Profitabilität des Konzerns auf ein neues Niveau heben.
Strategischer Fokus auf das Luxus-Segment
Analyst Timm Schulze-Melander prognostiziert für das Geschäftsjahr 2027 den Absatz von rund 14 Millionen Einheiten eines faltbaren iPhones. Mit einem erwarteten Verkaufspreis von etwa 2.199 US-Dollar würde das Gerät einen Aufschlag von 83 Prozent gegenüber dem iPhone 17 Pro Max bedeuten.
Laut den Analysten von Rothschild & Co Redburn könnte allein dieses Modell den durchschnittlichen Verkaufspreis der gesamten iPhone-Sparte bis Juni 2027 um elf Prozent steigern.
Hinweise auf eine bevorstehende Markteinführung lieferten am heutigen Dienstag auch technische Details aus einer neuen Software-Testversion. In der Release-Candidate-Version von macOS Tahoe 26.7 fanden sich Referenzen auf bislang unveröffentlichte Geräte, darunter das faltbare iPhone unter dem Codenamen „V68“ sowie neue AirPods mit integrierten Kameras. Diese Kopfhörer könnten laut Medienberichten unter dem Namen „AirPods Ultra“ erscheinen und Funktionen zur visuellen Intelligenz nutzen.
Rechtliche Einigung in Europa und Deutschland
Parallel zu den Produktinnovationen bereitet Apple den Weg für ein stabileres regulatorisches Umfeld in Europa. Ab dem 1. Oktober 2026 führt das Unternehmen ein neues Gebührensystem für App-Entwickler in der Europäischen Union ein. Damit reagiert der Konzern auf den Druck durch den Digital Markets Act.
Die Neuregelung sieht unter anderem eine Provision von fünf Prozent für digitale Transaktionen vor, die außerhalb des App Stores abgewickelt werden. Bisherige Gebührenmodelle werden durch diese einheitliche Struktur ersetzt.
In Deutschland konnte zudem ein langjähriger Streit beigelegt werden. Das Bundeskartellamt schloss am heutigen Dienstag eine Untersuchung zu den Tracking-Regeln von Apple ab. Das Unternehmen hat sich dazu verpflichtet, die Einwilligungsvorgänge für Drittanbieter neutraler zu gestalten.
Symbole oder Formulierungen, die Nutzer gezielt von der Datenfreigabe bei Konkurrenz-Apps abhalten könnten, müssen innerhalb von vier Monaten entfernt werden. Ein Treuhänder wird die Umsetzung dieser Zusagen über einen Zeitraum von sieben Jahren überwachen.
Führungswechsel und Marktreaktion
Diese weitreichenden strategischen und rechtlichen Weichenstellungen fallen in die Zeit eines historischen Führungswechsels. Am 1. September wird Tim Cook nach 15 Jahren an der Spitze des Unternehmens als CEO zurücktreten und in die Rolle des Executive Chairman wechseln. Sein Nachfolger John Ternus übernimmt die Leitung unmittelbar vor dem wichtigen Herbst-Event, auf dem die neuen Hardware-Generationen offiziell vorgestellt werden sollen.
Die Anleger reagierten am heutigen Dienstag positiv auf die Kombination aus hohen Kurszielen und der rechtlichen Entspannung. Die Apple-Aktie legte im Tagesverlauf um 1,5 % auf 267,85 € zu.
Trotz der aktuellen Erholung notiert das Papier damit noch rund 11 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Ende Juli bei 301,80 € markiert wurde. Investoren blicken nun gespannt auf den September, der mit dem CEO-Wechsel und den Produktpräsentationen als richtungsweisend für das Schlussquartal gilt.
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