Eine Woche vor einem der wichtigsten Termine im Apple-Kalender der vergangenen Jahre zieht der Konzern ein neues Ass aus dem Ärmel: ein Leasingprogramm für iPhone, Mac, iPad und Apple Watch. Der Zeitpunkt ist kein Zufall — am 30. Juli steht die Bilanz an, und sie wird zugleich die letzte sein, die Tim Cook als CEO vorstellt.
Neues Finanzierungsmodell löst Ratenkauf ab
Ab dem 28. Juli startet „Apple Upgrade“ in den USA, finanziert vom schwedischen Zahlungsdienstleister Klarna. Für iPhone und Apple Watch laufen die Verträge über 24 Monate, für Mac und iPad über 36 Monate. Nutzer können vorzeitig zahlen, früher upgraden oder das Gerät nach Vertragsende behalten oder zurückgeben — teils gegen zusätzliche Gebühren.
Das neue Modell ersetzt künftig die Neuanmeldungen im bisherigen iPhone Upgrade Program und in der Standard-Finanzierung. AppleCare ist nicht enthalten, und Modelle wie das iPhone 16, das Einstiegs-iPad oder die Apple Watch SE bleiben außen vor. Der Vorstoß folgt kurz auf Preiserhöhungen von mindestens 100 US-Dollar bei Macs und iPads, mit denen Apple steigende Speicherkosten weiterreicht, die die KI-Nachfrage nach Chips befeuert.
Evercore ISI reagierte prompt und bestätigte sein „Outperform“-Rating mit einem Kursziel von 365 US-Dollar. Die Bank sieht in dem Programm eine Möglichkeit, die monatliche Belastung für Kunden zu senken und so den Absatz zu stützen.
Kursziele so hoch wie selten, aber gespalten
Bank of America bekräftigte parallel ihr Kaufrating mit einem Kursziel von 380 US-Dollar — deutlich über dem Marktkonsens. Von 27 ausgewerteten Analysten votieren derzeit 16 für Kaufen, 9 für Halten und 2 für Verkaufen, das mittlere Kursziel liegt bei 329,62 US-Dollar. Das Bild bleibt gespalten: Mehrere große Häuser wie BofA, Loop Capital oder Morgan Stanley haben ihre eigenen Kursziele in den vergangenen Monaten bereits überschritten, während Barclays mit 230 US-Dollar deutlich vorsichtiger bleibt.
Die Aktie selbst tat sich zuletzt schwer. Am Montag verlor das Papier im NASDAQ-Handel 2,14 Prozent auf 326,59 US-Dollar, bevor es am Dienstag wieder leicht zulegte. Trotz der optimistischen Analystenstimmen bleibt die Bewertung ein Thema — bei einem KGV von rund 40 hängt viel davon ab, ob das kommende Weihnachtsquartal mit neuen, teureren iPhones die Margen wie erhofft anzieht.
Wichtigster Termin seit Jahren
BofA-Analyst Wamsi Mohan rechnet für das dritte Fiskalquartal mit 109 Milliarden US-Dollar Umsatz und 1,89 US-Dollar Gewinn je Aktie — beides leicht über dem Konsens und am oberen Ende von Apples eigener Wachstumsspanne von 14 bis 17 Prozent. Für das vierte Quartal fällt seine Prognose mit 106 Milliarden US-Dollar Umsatz dagegen vorsichtiger aus als der Markt erwartet.
Der eigentliche Fokus am 30. Juli dürfte aber über die reinen Zahlen hinausgehen. Es ist die letzte Telefonkonferenz, die Tim Cook als Vorstandschef leitet, bevor er zum 1. September als Executive Chairman zurücktritt und John Ternus die operative Führung übernimmt. Investoren werden an diesem Tag nicht nur auf Bruttomargen und das neue Leasingmodell schauen, sondern auch auf erste Signale zum bevorstehenden Führungswechsel.
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