Für ein paar Stunden am Freitag war Apple das wertvollste Unternehmen der Welt – dann glich sich das Bild im Tagesverlauf wieder aus. Der kurze Führungswechsel an der Börsenspitze zeigt trotzdem, wie nah die beiden Schwergewichte inzwischen beieinander liegen.
Im frühen US-Handel rutschte Nvidia um rund 3,5 Prozent ab und fiel auf etwa 4,84 Billionen Dollar Marktkapitalisierung zurück. Apple kletterte im gleichen Moment auf knapp 4,88 Billionen Dollar und übernahm damit erstmals seit April 2025 wieder die Spitzenposition. Im weiteren Handelsverlauf drehte sich das Kräfteverhältnis erneut, Nvidia schloss knapp vor Apple.
Kapitaldisziplin statt Rechenzentren-Wettrüsten
Der Hintergrund des Wechselspiels liegt in sehr unterschiedlichen Jahresverläufen. Apple hat seit Jahresbeginn rund 22 Prozent zugelegt, Nvidia kommt lediglich auf einen einstelligen Zuwachs. Anleger honorieren offenbar, dass Apple im Vergleich zu den großen Hyperscalern nur einen Bruchteil seines Umsatzes in KI-Infrastruktur steckt und stattdessen auf die Integration leistungsfähiger Modelle in sein bestehendes Geräte-Ökosystem setzt.
Genau diese Strategie greift auch die jüngste Analystenmeinung von HSBC auf. Das Institut hob die Einstufung von „Halten“ auf „Kaufen“ an und erhöhte das Kursziel von 260 auf 366 US-Dollar. Begründet wird der Schritt mit einer installierten Basis von rund 2,5 Milliarden Geräten sowie einer überarbeiteten Apple-Intelligence-Strategie. Als weiteren Wachstumstreiber nennt HSBC die kommende Produktpipeline mit den iPhone-18-Pro-Modellen im Herbst, einem iPhone Air für 2027 und einem geplanten faltbaren Gerät.
Kartellstreit könnte sich entspannen
Parallel zur Kursrally bahnt sich offenbar eine Entspannung im Rechtsstreit mit der US-Regierung an. Apple und das Justizministerium führen Berichten zufolge frühe Gespräche über eine Beilegung der 2024 eingereichten Kartellklage. Eine Garantie für eine Einigung gibt es bislang nicht, ein Verhandlungstermin steht weiterhin nicht fest.
Apple hat in den vergangenen Monaten bereits mehrere der ursprünglichen Vorwürfe entschärft: Der Konzern öffnete sein iPhone für Mini-Apps, band die Nachrichten-App an das RCS-System an, erlaubte Cloud-Streaming-Anwendungen und öffnete den Bezahlchip für Drittanbieter. Ob die an der Klage beteiligten 19 Bundesstaaten in die Gespräche eingebunden sind, ist offen.
Zusätzlichen Rückenwind liefern zwei weitere Entwicklungen der vergangenen Tage: Apple will mehr als 30 Milliarden Dollar in die US-Fertigung von Broadcom investieren und die Chip-Partnerschaft bis 2031 verlängern. In China erhielt der Konzern zudem grünes Licht für den Einsatz von Apple Intelligence, nachdem die iPhone-Auslieferungen im zweiten Quartal bereits um 24,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen waren.
Der nächste Prüfstein folgt im Herbst mit dem Marktstart der iPhone-18-Pro-Reihe. Hält die Dynamik der vergangenen Wochen an, rückt für Apple auch die 5-Billionen-Dollar-Marke in Reichweite – eine Schwelle, die bislang nur Nvidia übersprungen hat.
Apple-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Apple-Analyse vom 17. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Apple-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Apple-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
