Der Vorstoß in das Falt-Segment verlangt Apple einen Balanceakt zwischen enormer Nachfrage und begrenzten Fertigungskapazitäten ab. Das neue Faltmodell treibt seit dem Vorbestellstart am Freitag die Lieferfristen weit ins neue Jahr hinein. Zugleich steht der Konzern bei den klassischen Pro-Modellen vor steigenden Bauteilkosten. Unter der neuen Führung zeichnet sich eine Neuausrichtung der Hardware-Strategie ab.
Die Wartezeiten für das 1.999 US-Dollar teure Smartphone verschoben sich kurz nach dem Start über den gesamten Modellbereich bis Ende Januar 2027. Der Technologiekonzern bezeichnete das Ordervolumen gestern offiziell als außergewöhnlich. Gene Munster von Deepwater Asset Management hält für das Geschäftsjahr 2027 einen Absatz von 20 Millionen Geräten für erreichbar.
Die langen Lieferfristen zeigen zwar die anhaltende Zahlungsbereitschaft treuer Kunden für neuartige Formfaktoren. Allerdings begrenzen Engpässe bei speziellen Scharnieren und den faltbaren Bildschirmen das anfängliche Produktionsvolumen. Durch die Verzögerungen droht ein beträchtlicher Teil der Erlöse aus dem umsatzstarken Weihnachtsquartal in das erste Kalenderquartal abzuwandern.
Kostendruck trifft die Pro-Serie
Gleichzeitig belasten drastisch gestiegene Preise für Speicherbausteine die Margen im Smartphone-Bereich. Berichten zufolge passte das Unternehmen die Bestellungen für Bauteile der Modellreihe iPhone 18 Pro bei mehreren Lieferanten um bis zu 20 Prozent nach unten an. Analysten von JPMorgan werten diesen Schritt nicht als Nachfragekollaps, sondern als saisonale Ausbalancierung nach dem anfänglichen Marktstart.
Um den stark gestiegenen Kosten für Arbeitsspeicher zu begegnen, prüft Apple auch neue Bezugsquellen in Asien. Das Management bewertet die allgemeine Knappheit bei Speicherchips als ernsthafte Herausforderung für die gesamte Branche. Neben der Hardware rückt daher der Ausbau margenstarker Dienste und softwarebasierter KI-Funktionen verstärkt in den Fokus der Konzernstrategie.
Erweiterung des Ökosystems und Quartalszahlen
Unter dem im September angetretenen Vorstandschef John Ternus treibt der Konzern zudem seine Vernetzung im Wohnbereich voran. Neben neuen Modellen des Apple TV sowie des HomePod mini kündigte das Unternehmen die vernetzte Steuerzentrale HomeView an. Das System soll die Kundenbindung im Dienste-Geschäft stärken und schrittweise mit verbesserten KI-Assistenten verknüpft werden.
An der Börse ging die Aktie am Freitag bei 305,65 Euro aus dem Handel. Damit notiert das Papier rund 2,0 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 311,75 Euro.
Erste verlässliche Einblicke in die finanzielle Tragweite der jüngsten Produkteinführungen erhalten Investoren am 2. November. An diesem Tag legt Apple die Zahlen für das abgelaufene Quartal vor und dürfte die Erwartungen für das wichtige Jahresendgeschäft präzisieren.
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