Das erste faltbare iPhone ist da, und die Schlangen vor den Läden zeigen: Das Interesse ist real. Parallel wächst allerdings die Sorge, dass die klassischen Premiummodelle an Zugkraft verlieren. Apple startet damit in einen Moment, der Chancen und Risiken eng verzahnt.
Duo-Start: Schlangen, Lob und Kritik
Das iPhone Duo ging heute in den Läden von Singapur und Shanghai über London bis Berlin in den Verkauf. Kunden campierten teils über Nacht, in London stand ein Käufer seit dem Vorabend im Regen an. Ein Student begründete das Anstehen mit knappem Bestand: Wer warte, bekomme das Gerät womöglich erst im Januar.
Erste Tests loben das Design und das kaum sichtbare Scharnier. Kritisch sehen sie Kompromisse bei der Kamera, noch nicht angepasste Apps und die geringere Handlichkeit im zugeklappten Zustand. Ein Berliner Käufer nannte zudem den hohen Preis und fehlende Software-Funktionen in der EU, lobte aber die Hardware.
Marktbeobachter sehen in Apples Einstieg einen möglichen Schub für das ganze Segment. Ein Kunde aus Shanghai formulierte es so: Mit Apple am Markt wachse die Hoffnung, dass Foldables im Mainstream ankommen.
Gegenwind bei den Premiummodellen
Die Lieferzeiten für das Duo sind lang. Das deutet auf hohe Nachfrage hin, könnte aber auch auf ein begrenztes Angebot zurückgehen. Hinzu kommen steigende Komponentenpreise und vorsichtigere Verbraucher, die laut Einschätzungen das Geschäft mit den klassischen Topmodellen belasten könnten.
An der Börse spielt das bislang eine untergeordnete Rolle. Die Aktie hat 2026 rund 28 Prozent zugelegt und liegt damit vor den übrigen Mitgliedern der „Magnificent Seven“.
Anleger schätzen offenbar, dass Apple anders als Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta keine Milliarden in eigene KI-Rechenzentren steckt. In einem Umfeld, in dem die Wall Street an den gigantischen KI-Investitionen zweifelt, gilt der Konzern damit als vergleichsweise sicherer Hafen.
Termin: Zahlen am 2. November
Die nächste Weichenstellung folgt in der kommenden Woche. Am Montag, 2. November, legt Apple um 22:30 Uhr deutscher Zeit seine Zahlen zum abgelaufenen Quartal vor. Dann dürfte sich erstmals konkreter zeigen, wie stark der Duo-Start die Erwartungen stützt und ob Komponentenkosten die Margen drücken.
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