Ein Jahr Vorlauf, ein Tag Wettlauf: Kurz bevor Apple am Mittwoch sein erstes faltbares iPhone zeigen soll, haben Huawei und Xiaomi ihre eigenen Klapp-Modelle auf den Markt geworfen. Der Zeitpunkt ist kein Zufall — die chinesischen Hersteller wollen im Regal stehen, bevor Apples Neuheit die Vergleiche eröffnet.
Xiaomi brachte das Modell 18 Fold, Huawei präsentierte mit dem Mate XT2 bereits die dritte Generation seines Dreifach-Falthandys. Beide Konzerne setzen auf selbst entwickelte Chips — Xiaomi auf den XRing O3, Huawei auf eine neue Technik namens LogicFolding.
In China, wo Huawei mehr als zwei Drittel des Falt-Marktes kontrolliert, dürfte Apple auf den härtesten Gegenwind treffen. Weltweit gilt Samsung, das 2019 mit dem ersten Falt-Smartphone startete, als Hauptrivale.
John Ternus‘ erster großer Auftritt
Das Apple-Event am Mittwochabend um 19 Uhr deutscher Zeit unter dem Motto „Surprise and Shine“ markiert zugleich die Premiere von John Ternus als CEO. Der 51-Jährige hat die Nachfolge von Tim Cook, der als Executive Chairman weiterarbeitet, am 1. September angetreten.
Erwartet werden drei neue iPhones: die Modelle 18 Pro und Pro Max mit dem A20-Chip sowie das faltbare Gerät, intern als Ultra oder Fold gehandelt. Das Buchformat-Design soll ein Außendisplay von 5,5 Zoll und ein Innendisplay von 7,8 Zoll bieten, aufgeklappt nur 4,5 Millimeter dünn. Der Einstiegspreis wird bei über 2.000 US-Dollar erwartet — Analysten sehen darin das teuerste iPhone der Firmengeschichte.
Bei den Pro-Modellen rechnen Analysten mit Preisaufschlägen zwischen 150 und 200 US-Dollar gegenüber der Vorgängerreihe, begründet mit gestiegenen Speicherkosten. Zudem könnten die günstigeren Modelle iPhone 18, 18 Air und 18e erst im Frühjahr 2027 folgen — ein Bruch mit dem gewohnten Rhythmus, der laut Marktbeobachtern das Risiko birgt, dass preissensible Käufer ihren Kauf aufschieben.
Analysten uneins über den fairen Wert
Die Einschätzungen zur Aktie gehen deutlich auseinander. Bank of America bestätigt ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 380 US-Dollar, HSBC sieht 366 US-Dollar als fair an.
DA Davidson bleibt dagegen bei „Neutral“ mit lediglich 270 US-Dollar Kursziel, KeyBanc stuft die Aktie sogar mit „Underweight“ ein und verweist auf mögliche negative Effekte durch die Preiserhöhungen. Die Spanne zwischen 270 und 380 US-Dollar zeigt: Ein Konsens über die Wirkung des faltbaren iPhones auf die Marge existiert am Markt derzeit nicht.
Marktforscher von Counterpoint Research rechnen für dieses Jahr mit rund 6 Millionen verkauften Falt-iPhones, was einem globalen Marktanteil von 25 Prozent entspräche — mit Aussicht auf 40 Prozent im Jahr 2027. Ob sich diese Prognosen bestätigen, hängt maßgeblich davon ab, wie das Gerät am Mittwoch tatsächlich ausfällt und wie der Markt die neue Preisarchitektur aufnimmt. Historisch zeigte die Apple-Aktie nach Produktvorstellungen häufig eine kurzfristige Abschwächung, bevor sie sich in den folgenden Wochen erholte.
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