Zwanzig Prozent mehr iPhones in China. Im ersten Quartal 2026. Das ist nicht irgendeine Zahl, das ist das stärkste Wachstum unter allen großen Herstellern in einem Markt, der insgesamt 4 Prozent geschrumpft ist. Apple hat also nicht nur mitgehalten, sondern allen anderen Anbietern schlicht die Show gestohlen.
Counterpoint Research hat die Daten am Freitag veröffentlicht. Demnach kommt Apple auf einen Marktanteil von 19 Prozent und ist damit zweitgrößter Smartphone-Verkäufer in China. Nur Huawei liegt noch vorne, mit 20 Prozent und dem höchsten Marktanteil seit dem vierten Quartal 2020. Knapper geht es kaum.
Was Apple da eigentlich geleistet hat
Drei Faktoren erklärt Counterpoint für das starke Abschneiden: die anhaltend gute Nachfrage nach der iPhone-17-Serie, Preisnachlässe und staatliche Subventionen. Das klingt nach einer einfachen Gleichung, ist es aber nicht.
Der Markt kämpft nämlich gerade mit einem echten Problem. Die Speicherchip-Preise steigen, und das trifft die Margen der Hersteller empfindlich. Counterpoint formuliert es so: Apple sei am besten positioniert, um diesen Engpass zu navigieren, weil das Unternehmen steigende Kosten eher intern absorbiere, statt sie sofort an die Kunden weiterzugeben. Für Wettbewerber wie OPPO, das mit 16 Prozent Marktanteil auf Rang drei liegt, oder vivo, dessen Wachstum von 2 Prozent vor allem günstigeren Modellen zu verdanken ist, sieht die Lage deutlich unbehaglicher aus.
Apple Aktie Chart
Der Markt selbst? Kein Grund zur Euphorie
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Counterpoint einen Rückgang der chinesischen Smartphone-Lieferungen um 9 Prozent. Die Analysten sprechen von einem doppelten Druck: sinkende Lieferzahlen und schwindende Margen gleichzeitig. Erhöhte Speicherkosten sollen das ganze Jahr über anhalten. Eine leichte Erholung wird erst für Anfang Juni erwartet, getrieben von den 618-Shopping-Aktionen.
Apple wächst also in einem schrumpfenden Markt. Das ist der eigentliche Befund. Und es ist wohl der eindrucksvollste Beweis dafür, dass die iPhone-Marke in China noch längst nicht abgeschrieben ist, auch wenn das mancher Analyst in den vergangenen Jahren für ausgemacht hielt.
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