Apple trägt den Titel „beste Firma der Welt“, das hat der neue CEO John Ternus selbst so formuliert. Ob das auch für die Aktie gilt, hängt nach Einschätzung von Bernstein-Analyst Mark Newman vor allem an einer Größe: dem Appetit der Anleger auf KI-Exposure.
Bernstein hebt das Ziel leicht an
Die Analysten bleiben bei „Outperform“ und erhöhen das Kursziel auf 380 Dollar, zuvor waren es 370 Dollar. Gemessen am Schlusskurs vom 2. November bei 338,32 Dollar entspricht das einem Potenzial von rund 12 Prozent. Apple eigne sich für Investoren, die weniger direkt auf die KI-Infrastruktur setzen wollen.
Das Argument stützt sich auf die Reichweite des Konzerns: Mehr als 2,5 Milliarden aktive Geräte bilden die Basis, über die sich KI-Dienste ausrollen ließen. Allerdings dürfte es länger dauern, bis sich das in Gewinnen niederschlägt, als bei Firmen, die unmittelbar von KI-Investitionen profitieren.
Starke Zahlen, schwächere Marge
Im vierten Geschäftsquartal wuchs der Umsatz um 12 Prozent auf 114,5 Milliarden Dollar und übertraf die Erwartungen. Der Gewinn je Aktie stieg um 14 Prozent auf 2,10 Dollar. Das iPhone legte dank der iPhone-18-Familie um 17 Prozent zu, die Mac-Sparte sogar um 24 Prozent.
Auch der Ausblick liegt über den Markterwartungen: Für das Dezemberquartal peilt Apple ein Umsatzplus von 7 bis 10 Prozent an.
Die Profitabilität fällt dagegen ab. Die avisierte Bruttomarge von 45 bis 46 Prozent verfehlt die Prognosen, weil steigende Speicherpreise die Vorteile teurerer Geräte aufzehren könnten. Hinzu kommt ein langsameres Wachstum bei App Store und Lizenzen. Bernstein senkte deshalb die Gewinnschätzungen für 2027 auf 9,78 Dollar je Aktie und für 2028 auf 11,13 Dollar.
Bewertung und politischer Gegenwind
Die Aktie kostet das 35,1-Fache der erwarteten Gewinne, im Schnitt seit 2016 waren es 22,7. Diese Bewertung lässt wenig Spielraum, falls Hardwarekosten steigen oder die KI-Monetarisierung länger dauert.
Politisch zieht ebenfalls Wetter auf. Nach dem Wahlsieg der Demokraten in beiden Kongresskammern bereiten diese Untersuchungen gegen Apple, Meta und Firmen von Elon Musk vor.
Apple hat sich zudem aus einem Krypto-Projekt herausgehalten: Der Konzern gehört zu den Unternehmen, die der Handelsplattform OKXICE TSV widersprochen haben. Damit sind alle sieben „Magnificent Seven“-Werte nicht auf dem geplanten Tokenisierungs-Marktplatz handelbar. Insgesamt lehnen 67 Firmen ab.
Den nächsten Maßstab liefert das Dezemberquartal: Hält Apple die angepeilte Bruttomarge von mindestens 45 Prozent, würde das Bernsteins Bewertungsargument stützen.
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