Aon Aktie: Milliardendeal für Mittelstand

Aon finanziert den USI-Kauf über neue Schulden, erwartet 395 Millionen Dollar Synergien und verschiebt Aktienrückkäufe bis zum Schuldenabbau.

Auf einen Blick:
  • USI erzielt drei Milliarden Dollar Jahresumsatz
  • Übernahme stärkt Aons US-Mittelstandsposition
  • Finanzierung vollständig über neue Schulden
  • Transaktionsabschluss im vierten Quartal 2026 vorgesehen

17 Milliarden Dollar – so viel zahlt Aon für den Versicherungsmakler USI. Der Deal mit dem Finanzinvestor KKR ist die nächste große Wette des Konzerns auf das US-Mittelstandsgeschäft, nur zwei Jahre nach der milliardenschweren NFP-Übernahme.

USI bringt Gewicht mit: Der zehntgrößte Versicherungsmakler der USA setzt rund 3 Milliarden Dollar im Jahr um und beschäftigt mehr als 10.500 Mitarbeiter an knapp 200 Standorten. Der Nettokaufpreis von 16,7 Milliarden Dollar entspricht dem 14,5-Fachen des synergiebereinigten EBITDA der letzten zwölf Monate.

Warum Aon jetzt zuschlägt

Der US-Mittelstand für Versicherungen ist ein Markt von mehr als 40 Milliarden Dollar und macht über ein Drittel der gewerblichen Sachversicherungsprämien in den USA aus. Nach der NFP-Übernahme 2024 verschafft sich Aon mit USI nun eine zweite, deutlich größere Position in diesem Segment.

Zusätzlich öffnet der Deal den Zugang zum Excess-&-Surplus-Bereich, der laut Unternehmensangaben 26 Prozent der gewerblichen Sachprämien in den USA ausmacht und zu den am schnellsten wachsenden Nischen der Branche zählt.

Personell bringt der Deal eine klare Machtverschiebung: USI-Chef Mike Sicard wird nach Abschluss der Transaktion Präsident von Aon plc und globaler CEO des Mittelstandsgeschäfts. Er berichtet direkt an Aon-Chef Greg Case und rückt ins Führungskomitee auf.

Finanzierung über Schulden, keine Aktienrückkäufe

Aon will die Übernahme komplett über neue Schulden mit unterschiedlichen Laufzeiten finanzieren. Das Rating bei Moody’s (Baa2) und S&P (A-) soll dabei erhalten bleiben. Konsequenz: Aktienrückkäufe fallen vorerst aus, das Unternehmen priorisiert stattdessen den Schuldenabbau.

Finanziell soll sich der Deal auszahlen. Aon rechnet mit jährlichen Synergien von 395 Millionen Dollar bei EBITDA und Kosten, der Gewinn pro Aktie soll ab 2028 steigen. Die Vorstände beider Unternehmen haben der Transaktion bereits einstimmig zugestimmt.

Der Abschluss ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen und steht noch unter dem Vorbehalt der üblichen Bedingungen, darunter behördliche Genehmigungen. Bis dahin operieren Aon und USI unabhängig voneinander weiter.

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