Auf reges Interesse stieß der Versicherungsmakler Aon am 14. September am US-Rentenmarkt. Für eine langfristige Anleihe im Volumen von zwei Milliarden US-Dollar sammelte das Unternehmen Kaufgebote über insgesamt zehn Milliarden US-Dollar ein.
Das Papier mit Fälligkeit im Jahr 2056 war damit fünffach überzeichnet. Diese kräftige Nachfrage sticht hervor, da extrem lange Laufzeiten am Markt zuletzt selten waren. In der ersten Septemberhälfte entfiel nur rund ein Zwanzigstel aller Emissionen von US-Unternehmen mit erstklassiger Bonität auf derart lange Tranchen. Investoren nutzten die Gelegenheit, um sich langfristige Renditen im veränderten Zinsumfeld zu sichern.
Refinanzierung nach Großübernahme im Fokus
Der umfangreiche Schuldenverkauf dient der Finanzierung der jüngsten Expansion. Vor gut drei Wochen vereinbarte der Konzern die vollständige fremdfinanzierte Übernahme von USI Insurance für 17,0 Milliarden US-Dollar. Der Zukauf soll ab 2028 positiv zum Gewinn je Aktie beitragen, flankiert von erwarteten jährlichen Synergien in Höhe von 395 Millionen US-Dollar.
Parallel dazu baut das Unternehmen seine Marktpräsenz über gezielte Zukäufe aus. So übernahm die Konzerntochter NFP die auf Risikomanagement spezialisierte Moores Insurance Management mit Sitz in Minneapolis. Das Traditionshaus betreut gewerbliche Kunden sowie wohlhabende Privatpersonen in zahlreichen US-Bundesstaaten. Zum Kaufpreis machten die beteiligten Parteien keine Angaben.
Skepsis drückt auf den Aktienkurs
An den Aktienmärkten dominiert trotz der geglückten Platzierung am Rentenmarkt die Vorsicht gegenüber der künftigen Zins- und Schuldenlast. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aon-Aktie bei 258,20 Euro. Damit bewegt sich der Kurs unmittelbar an seinem 52-Wochen-Tief von 258,00 Euro. Innerhalb der vergangenen 30 Tage gab die Notierung um 14 Prozent nach.
Diese Zurückhaltung spiegelte sich bereits im Vorfeld der jüngsten Zukaufswelle wider. Im zweiten Quartal hielten noch 61 Hedgefonds Positionen im Gesamtwert von 3,98 Milliarden US-Dollar an Aon.
Gegenüber den vorangegangenen Quartalen bedeutete dies bereits einen kontinuierlichen Rückzug dieser Investorengruppe. In den kommenden Monaten kommt es für das Management darauf an, die gestiegene Verschuldung durch das operative Geschäft zügig abzusichern.
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