Der weltgrößte Braukonzern Anheuser-Busch InBev schärft seine finanzielle Marschroute. Im Rahmen seiner Kapitalmarktveranstaltung kündigte der Konzern an, die mittelfristige Wachstumszielsetzung anzupassen.
Statt einer bisherigen Spanne von 4 bis 8 Prozent beim bereinigten EBITDA peilt das Management nun ein jährliches Wachstum des operativen Ergebnisses (EBIT) von 5 bis 9 Prozent an. Finanzchef Fernando Tennenbaum begründete die Umstellung damit, dass das EBIT die operative Geschäftsentwicklung und die langfristige Wertschöpfung für die Anteilseigner transparenter widerspiegle.
Großoffensive im europäischen Fußball
Flankiert wird die neue Ergebnisprognose von einer weitreichenden Weichenstellung im weltweiten Marketing. Ab der Spielzeit 2027/28 übernimmt die Premiummarke Stella Artois das offizielle Biersponsoring der UEFA-Klubwettbewerbe. Der Sechsjahresvertrag läuft bis zur Saison 2032/33 und umfasst neben der Champions League auch die Europa League sowie die Conference League.
Damit löst AB InBev den niederländischen Konkurrenten Heineken ab, der die Königsklasse seit dem Jahr 1994 als Partner begleitet hatte. Das finanzielle Gesamtvolumen des Kontrakts beläuft sich Medienberichten zufolge auf rund 1,2 Milliarden Euro beziehungsweise etwa 200 Millionen Euro pro Jahr. Das entspräche einem Aufschlag von rund 67 Prozent gegenüber den bisherigen Konditionen des Wettbewerbers in dieser Sponsoringkategorie. Stella-Markenbotschafter David Beckham stellte die Partnerschaft den Investoren in St. Louis vor.
Investitionen in das US-Geschäft
Parallel zur globalen Markenpositionierung baut der Braukonzern seine Produktionskapazitäten weiter aus. In Kalifornien fließen 21 Millionen US-Dollar in die Standorte Los Angeles und Mira Loma. Die Mittel dienen der Erweiterung von Abfüll- und Bahnkapazitäten sowie der Produktionssteigerung für Marken wie Michelob ULTRA, Cutwater und Phorm Energy.
Zudem entsteht am Standort Los Angeles ein technisches Trainingszentrum für Mitarbeiter. Die Maßnahme ist Teil des Programms Brewing Futures, für das AB InBev in den Jahren 2025 und 2026 insgesamt 600 Millionen US-Dollar für operative Aktivitäten in den Vereinigten Staaten bereitstellt. Brendan Whitworth, Chef des US-Geschäfts, stellte dabei den Ausbau von Arbeitsplätzen und regionalen Wertschöpfungsketten heraus.
Analysten heben operative Qualität hervor
Im Bankensektor stieß die Fokussierung auf das EBIT-Wachstum auf positive Resonanz. Analystin Celine Pannuti von JPMorgan bestätigte ihre Einstufung mit „Overweight“ und bezifferte das Kursziel auf 79,88 Euro. Sie hob insbesondere das nach oben angepasste Mittelfristziel für das operative Ergebnis hervor, das zu den prägenden Neuigkeiten der Investorenveranstaltung zählte.
Auch das Analysehaus Jefferies bleibt optimistisch für den Brauriesen. Analyst Edward Mundy bekräftigte seine Kaufempfehlung und beließ das Kursziel bei 86,00 Euro. Weitere Institute wie die Deutsche Bank, UBS und Bank of America bestätigten am Donnerstag ebenfalls ihre positiven Einschätzungen für das Papier.
An der Börse notiert der Braukonzern nach einer soliden Entwicklung im laufenden Börsenjahr bei 67,82 Euro, womit die Aktie seit Jahresbeginn ein Plus von 24 Prozent aufweist.
Mit einer Marktkapitalisierung von 134,49 Milliarden Euro gehört das Unternehmen weiterhin zu den Schwergewichten des europäischen Konsumgütersektors. Die operative Umsetzung der neuen EBIT-Ziele sowie die globale Vermarktungsoffensive im Sportbereich dürften die kommenden Quartale maßgeblich bestimmen.
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