Anglo American hat im dritten Quartal weniger Kupfer und Eisenerz gefördert. Die Jahresziele für beide Metalle bleiben trotzdem stehen, bei Diamanten hebt der Konzern die Prognose sogar an. Das Bild ist gemischt, die Details erklären warum.
Kupfer und Eisenerz unter Vorjahr
Die Kupferproduktion sank um 5 Prozent auf rund 175.000 Tonnen. Der Konzern nennt zwei Gründe: beispiellose Wetterereignisse in Chile und die Verarbeitung von Halden-Erz mit geringerem Gehalt in Collahuasi.
Beim Premium-Eisenerz ging die Förderung um 4 Prozent auf 13,8 Millionen Tonnen zurück. Bei Kumba begannen die Anschlussarbeiten für das erste UHDMS-Modul. Eine höhere Anlagenverfügbarkeit bei Minas-Rio fing den Rückgang teilweise auf, dort hatte im Vorjahr eine planmäßige Stilllegung gebremst.
Andere Sparten liefen besser. Die Kokskohle-Förderung sprang um 53 Prozent auf 2,9 Millionen Tonnen, weil die Longwall-Produktion in Moranbah North hochgefahren wurde. Mangan legte um 6 Prozent zu, Nickel um 3 Prozent auf 10.400 Tonnen.
Bei Diamanten sank die Produktion um 11 Prozent auf 6,8 Millionen Karat, bedingt durch Wartung in Orapa und die Drosselung in Venetia vor der angekündigten Produktionspause.
Prognosen und Konzernumbau
Für 2026 peilt Anglo American weiterhin 700.000 bis 760.000 Tonnen Kupfer und 55 bis 59 Millionen Tonnen Eisenerz an. Die Diamantensparte De Beers hebt ihr Ziel auf 25 bis 28 Millionen Karat an, zuvor waren es 21 bis 26 Millionen. Grund ist die vollständige Übernahme der Gahcho-Kué-Mine durch De Beers.
Parallel dazu treibt der Konzern den Umbau voran. Der Verkauf des australischen Kokskohle-Geschäfts an Dhilmar für bis zu 3,875 Milliarden Dollar soll bis zum ersten Quartal 2027 abgeschlossen sein. Beim vereinbarten Nickel-Verkauf läuft weiter das Genehmigungsverfahren der EU-Kommission.
Bei De Beers arbeitet das Management nach eigenen Angaben weiter auf eine Transaktion hin, in einem schwierigen Marktumfeld. Zum Schutz der Liquidität habe man entschlossen gehandelt. Die geplante Fusion mit Teck zu einem kupferfokussierten Metallkonzern kommt laut Unternehmen voran, die Integrationsplanung sei weit fortgeschritten.
Der Kupferrückgang geht damit überwiegend auf Wetter und Erzqualität zurück. Mit bestätigter Jahresspanne muss das vierte Quartal die Lücke schließen, und der Konzern traut sich das offenbar zu.
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